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08.04.2014
Länder- und Branchenbewertungen

Aufstrebende Märkte mit Schwierigkeiten

Aufstrebende Märkte mit Schwierigkeiten

 

Die Risiken in wichtigen Emerging Countries steigen. Coface hat daher die Bewertungen Brasiliens, Russlands, der Türkei und Venezuelas abgestuft oder auf Beobachtung mit negativem Ausblick gesetzt. 

 

Die konjunkturelle Belebung in den Industrieländern zeigt sich hingegen auch in der Aufwertung von Großbritannien und der USA in der Coface-Länderbewertung. Die USA wurden in die beste Risikokategorie hochgestuft. Für etliche Länder wurde auch die Bewertung des Geschäftsumfeldes aktualisiert.

  

Wieder stärker: USA und Großbritannien

Die USAsind wieder in der besten Bewertungsstufe A1. Die Wirtschaft wächst dynamisch und auf breiter Basis. Dabei profitiert das Land sowohl von der anhaltenden Nachfrage der privaten Haushalte als auch von der Widerstandskraft der Unternehmen. Sie sind bei einer relativ niedrigen Schuldenlast wieder so profitabel wie vor der jüngsten Krise. DasVereinigte Königreichist nach zwei Jahren wieder zurück in A3 mit positivem Ausblick. Das prognostizierte Wachstum basiert nicht mehr nur auf dem privaten, häufig kreditfinanzierten Konsum. Es wird jetzt auch getrieben von steigenden Investitionen. Die Zuversicht in den Unternehmen wächst, auch wenn einige Wirtschaftsbereiche, darunter das verarbeitende Gewerbe, hinter anderen, wie Finanzdienstleistungen oder Bau, zurückbleiben.

 

Unter Druck: Brasilien und Russland

Die wichtigsten Schwellenländer wachsen zwar weiterhin, aber deutlich langsamer. Besonders zwei BRIC-Staaten leider unter nachlassenden Investitionen. In Brasilien, das in A4 herabgestuft wurde, kommen neben dem schwächeren Konsum auch strukturelle Probleme hinzu, vor allem die unzureichende Infrastruktur, der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften sowie bürokratische Hürden. In Russlandverstärken die geopolitischen Spannungen die Probleme der ohnehin geschwächten Wirtschaft. Das veranlasst Coface dazu, die B-Bewertung mit negativem Ausblick zu versehen. Die Ukraine-Krise ebenso wie der verstärkte Kapitalabfluss werden sich auf das ohnehin schwache Wachstum auswirken.

 

Politische Probleme: Türkei und Venezuela

Aufgrund der komplizierten politischen Krisen setzte Coface sowohl die Türkei (in A4) als auch Venezuela (in C) auf die negative Watchlist. In der Türkei werden die politischen Spannungen wohl kaum vor den Kommunal- und Präsidentschaftswahlen in diesem Jahr abnehmen. Das verlangsamte Wachstum wird von einer strikteren Geldpolitik und hohen Inflation beeinträchtigt. Für die Unternehmen haben sich die Zahlungserfahrungen seit Ende 2013 verschlechtert. Venezuelaerlebt vor dem Hintergrund sozialer und politischer Probleme eine Rezession und Hyperinflation. Die Lage wird bis zu den Parlamentswahlen im September 2015 angespannt bleiben. Vor allem für Unternehmen mit dem Risiko auf Verstaatlichung, Importbegrenzung sowie Preis- und Gewinnkontrolle. Sowohl ausländische wie lokale Unternehmen, die den Staat oder die Öl- und Gasbranche beliefern, machen lange Zahlungsverzögerungen zu schaffen.

 

Extrem unterschiedlich: Geschäftsumfelder

Zusammen mit den Gesamtbewertungen der Länder hat Coface auch Bewertungen des Geschäftsumfeldes aktualisiert. Das jeweilige Geschäftsumfeld entwickelt sich in den aufstrebenden Ländern weiter unterschiedlich. Einige Länder, darunter die Ukraine und erneut Venezuela, wurden abgestuft. Andere, wie Algerien, machen Fortschritte in Bezug auf Regeln für Unternehmen.

 

Unter den Verbesserungen findet sich Algerien, für das der negative Ausblick in B aufgehoben wurde. Hier greifen die verbesserten Regeln für Unternehmen im neuen Finanzrecht. Auch die Genehmigungsverfahren für ausländische Direktinvestitionen oder Investitionsprojekte mit ausländischer Beteiligung haben sich vereinfacht. Im Gegensatz dazu befindet sich unter den Verschlechterungen das Geschäftsumfeld in der Ukraine. Es wurde auf D heruntergestuft. Schon seit einigen Jahren hat das Land in der Korruptionsbekämpfung und regulatorischen Qualität stark nachgelassen. Die extreme politische Instabilität macht jegliche Aussicht auf baldige Reformen sehr unwahrscheinlich.

Kontakt


Erich HIERONIMUS

Pressesprecher
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