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12.03.2014
Länder- und Branchenbewertungen

China: Zahlungsverzögerungen

China: Zahlungsverzögerungen
Neue Coface-Studie zeigt: Chinesische Unternehmen zahlen immer später. Die Zahlungsverzögerungen befinden sich auf dem Höchststand seit 2010.

Acht von zehn chinesischen Unternehmen haben 2013 Zahlungsverzögerungen hinnehmen müssen. Das hat Coface in einer Studie zur Entwicklung des Kreditmanagements in China festgestellt. Da die Kreditversorgung auch 2014 schwierig bleiben wird, könnten Zahlungsschwierigkeiten von Unternehmen zu einer Belebung des Schattenbankenmarktes führen. 

 

Verzögerungen nehmen 2013 weiter zu

In der Coface-Studie gaben 82 Prozent der befragten chinesischen Unternehmen an, 2013 Zahlungen verspätet erhalten zu haben. Das ist ein Anstieg um fünf Prozent gegenüber der Vorjahres-Befragung und der höchste Wert seit drei Jahren. Bei 45 Prozent dieser Unternehmen stiegen auch die Beträge. Und 18 Prozent warteten im Durchschnitt noch mehr als 90 Tage nach Fälligkeit auf ihr Geld. Bei Überziehung des Zahlungsziels um mehr als sechs Monate ist von höchstem Ausfallrisiko auszugehen. Coface sieht hier eine Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent, dass die Rechnung nicht mehr beglichen wird. Summieren sich die verzögerten Außenstände auf mehr als zwei Prozent des Umsatzes, können die betroffenen Unternehmen nach Erfahrungen der Coface-Experten in Liquiditätsprobleme geraten. Die Brisanz zeigt sich darin, dass diese Zwei-Prozent-Schwelle bei einem Drittel (33 Prozent) der befragten Unternehmen überschritten wurde. Coface sieht darin ernste Anzeichen für zunehmende Liquiditätsprobleme bei vielen chinesischen Unternehmen und auf der anderen Seite für erhöhte Ausfallrisiken bei Lieferanten oder finanzierenden Banken und Institutionen. 

“Die Verschlechterung des Zahlungsverhaltens in China ist ein Alarmsignal. Kleinere Unternehmen haben auf dem regulären Bankenmarkt kaum Zugang zu einer ausreichenden Kreditversorgung. Dadurch wächst das Schattenbankensystem. Wir erwarten für 2014 allgemein weiter steigende Finanzierungskosten, wobei die Kreditzinsen auf dem Schattenmarkt ohnehin schon hoch sind. Die anhaltende Entwicklung zu verspäteten Zahlungen verschlimmert die Liquiditätslage verschiedener Stakeholder in der Prozesskette. Dieser Teufelskreis könnte sich beschleunigen“, sagte Rocky Tung, Regional Economist der Coface für Asien-Pazifik.

 

Unternehmen besorgt wegen Wachstum in China und Kreditknappheit

Während steigende Arbeitskosten und die Aufwertung des Renminbi die Schlagzeilen dominieren, sehen die Unternehmen in China andere Probleme. Nur 26 beziehungsweise neun Prozent sorgen sich um Lohnkosten und Währung. Das verlangsamte Wachstum macht dagegen 61 Prozent der von Coface befragten Unternehmen zu schaffen. Die Hälfte (50 Prozent) befürchtet, dass sie die Kreditknappheit zu spüren bekommen.

 

Bewusstsein für Forderungsmanagement wächst

Über 90 Prozent der chinesischen Unternehmen nutzen bei inländischen Geschäften den Lieferantenkredit, indem sie Lieferungen und Leistungen auf Zahlungsziel vereinbaren. Über 60 Prozent setzen ein oder mehrere Instrumente für das Kreditmanagement ein. Inzwischen setzt ein Viertel (24 Prozent) der Unternehmen auf eine Kreditversicherung. 2012 waren es erst 18 Prozent. “Forderungen sind so wichtig wie andere Assets, manchmal sind sie sogar das wichtigste Vermögen eines Unternehmens. Um überhaupt Geschäfte machen zu können, sind Zahlungsziele oft unumgänglich. Ohne sorgfältiges Kreditmanagement können Forderungen aber die Finanzen des Unternehmens gefährden“, erklärt Richard Burton, Regional Manager der Coface für Asien-Pazifik.

Kontakt


Erich HIERONIMUS

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