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25.04.2018
Länder- und Branchenbewertungen, Pressemeldung

Chinas Firmen warten aufs Geld

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In China haben sich die Zahlungserfahrungen von 2016 auf 2017 leicht verbessert. Das ist ein Ergebnis der jüngsten Studie des internationalen Kreditversicherers Coface zum Zahlungsverhalten chinesischer Unternehmen. So berichteten jetzt 29 Prozent der über 1000 befragten Unternehmen, dass sie längere Verzögerungen erlebten. Im Jahr zuvor waren es noch 46 Prozent. Allerdings haben sich die Zahlungsziele im Durchschnitt von 68 auf 76Tage verlängert. Ein weiteres Ergebnis der Coface-Studie: Vier von zehn Unternehmen in China nutzen keine Tools für das Kreditmanagement.

 

Während weniger Unternehmen kürzere Zahlungsziele unter 30 Tagen anbieten, lassen sich mehr auf über 120 Tage ein. Fast ein Fünftel (19 Prozent) liegen in diesem Bereich über vier Monate. Parallel dazu stieg auch der Anteil der Unternehmen, die Zahlungsverzögerungen von über 120 Tagen erlebten, und zwar von 19 Prozent auf 26 Prozent. Von sehr langen Überziehungen des Zahlungszieles um mehr als 180 Tage, wobei die Forderungen mehr als zwei Prozent des Jahresumsatzes ausmachen, berichtet fast die Hälfte (47 Prozent) der Unternehmen. Das sind deutlich mehr als im Jahr zuvor (35 Prozent). Bei 21 Prozent der Firmen hingen mehr als zehn Prozent des Umsatzes in solch ultralangen Überziehungen des Fälligkeitsdatums fest. 2016 waren das 11 Prozent.

 

Das Problem bei Zahlungsverzögerungen ist einerseits die Wirkung auf den Cashflow des Lieferanten. Zugleich steigt das Ausfallrisiko, je länger die Überziehung dauert. Nach Erkenntnissen von Coface werden rund 80 Prozent dieser sehr lange überzogenen Forderungen nicht mehr bezahlt.

 

Am meisten leiden Unternehmen aus den Branchen Energie, Bau und Automobil unter solch kritischen ultralangen Verzögerungen, die zwei Prozent des Umsatzes übersteigen. Ein Drittel (33 Prozent) der Energieunternehmen berichten davon, am Bau sind es 32 Prozent und im Autosektor 27 Prozent. Am anderen Ende dieser Skala rangieren Papier und Textil mit jeweils 10 Prozent und Pharma mit 15 Prozent.

Die kürzesten Zahlungsziele gewähren Unternehmen aus dem Sektor landwirtschaftliche Lebensmittel mit im Durchschnitt 55 Tagen. 88 Prozent legen die Frist auf unter 60 Tage fest. Unter dem chinesischen Durchschnitt von 76 Tagen liegen auch die Branchen Holz, Textil, Papier, Einzelhandel und Metall. Darin zeigen sich zum einen unterschiedliche Branchenstandards, aber auch ein verringertes Vertrauen in Kunden nach schwierigen Vorjahren.

Fast die Hälfte der von Coface befragten 1000 Unternehmen aller Größen und aus 13 Branchen gaben als Gründe für die Verzögerungen „finanzielle Probleme“ ihrer Kunden an. Diese Probleme resultieren bei 46 Prozent aus einem „verstärkten Wettbewerb mit Druck auf die Margen“ und Schwierigkeiten bei der Finanzierung und Mangel an Finanzreserven.

 

Die insgesamt positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in China – so stiegen beispielsweise die Exporte 2017 um 7,7 Prozent – verleiten die Risikomanager der Unternehmen womöglich zu einer gewissen Sorglosigkeit. Nur weniger als 20 Prozent nutzen eine Kreditversicherung oder Wirtschaftsauskünfte, 10 Prozent Factoring oder Inkasso. Vier von zehn Unternehmen sagten, sie nutzen gar keine Risikomanagementtools.

 

 

In der Studie geht es auch um die Erwartungen zur Geschäftsentwicklung. Mehr dazu hier!  

 

Die komplette Coface-Studie gibt es zum Herunterladen auf dieser Seite unten ("Siehe auch").

 

Mehr zu China und alle Länder- und Branchenbewertungen finden Sie hier: Zur Webseite!

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Erich HIERONIMUS

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