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04.07.2016
Länder- und Branchenbewertungen, Pressemeldung

Risiken weltweit auf Höchststand

Coface:-Risiken-für-Unternehmen-weltweit-sehr-hoch
  • Globales Wirtschaftswachstum 2016: Prognose um 0,2 Punkte auf 2,5% gesenkt
  • Risikolevel: weltweiter Durchschnittswert runter auf B – “signifikantes Risiko”
  • Emerging Markets: immer mehr Länder in den Kategorien "extremes" und "sehr hohes Risiko”
  • Größte Wirtschaftsnationen: Schwierigkeiten nehmen zu
  • Asiatische Länder: negative Auswirkungen der Probleme in China
  • Europa: positive wirtschaftliche Indikatoren, aber politische Risiken durch Brexit

 

Weltwirtschaft steckt in der "japanischen” Wachstumsklemme

Seit der Coface-Wachstumsprognose vom März haben sich die Aussichten leicht verschlechtert. Die globale Zuwachsrate wird im sechsten Jahr in Folge unter 3 Prozent blieben. Die erkennbaren erhöhten Risiken für Unternehmen rund um den Globus zeigen sich in den neuesten Coface-Länderbewertungen. Der Risiko-Durchschnittswert aller von Coface betrachteten 160 Länder hat einen Höchststand erreicht: B – signifikant hohes Risiko.

 

Schockwelle durch angeschlagene USA und China

Die verschlechterten Kreditrisiken schlagen auf die drei größten Volkswirtschaften durch. Nach der Herabstufung von Japan in A2 im März dieses Jahres hat Coface nun auch die USA und China in der Länderbewertung eine Stufe tiefer gesetzt. Die Vereinigten Staaten sind jetzt in A2, China ist sogar nur noch in B.

Die Unternehmen in den USA stecken in einem problematischen Zyklus. Die Erholungsphase nach der Krise hat ihren Höhepunkt erreicht. Nun kommt es zum ersten Mal wieder seit 2010 vermehrt zu Insolvenzen. Die Profite sinken, die Investitionen werden reduziert, die Arbeitslosigkeit geht nicht mehr so stark zurück. In China zeigen die stimulierenden Maßnahmen der Staatsführung trotz stabilen Wachstums nur geringe Wirkung. Dem wirken die Überkapazitäten und stark steigende Verschuldung der Unternehmen entgegen.

 

Wie zu erwarten wirken sich diese Schocks weltweit aus. Zum einen auf Kanada, das in A3 heruntergestuft wurde. Zum anderen auf etliche asiatische Länder. So hat Coface Südkorea, Hongkong, Singapur und Taiwan in A3 herab genommen und Malaysia in A4. Diese Länder spüren  die strukturelle Verlangsamung in China bei Exporten, im Tourismus und bei den Investitionen aus China. Zudem wirken sich die volatilen Rohstoffpreise, auch beim Öl, auf die Unternehmen aus.

 

Investitionen in Europa steigen, aber politische Risiken auch

Die politischen Probleme wirken sich auf die Zuversicht der Unternehmen und Verbraucher aus. Mit dem Brexit-Votum hat Coface die Wachstumsprognose für die britische Wirtschaft um 0,6 Punkte auf 1,2 Prozent reduziert. In der EU sind Länder am stärksten betroffen, die einen begrenzten lokalen Markt, aber starke Verbindungen nach Großbritannien haben. Das sind vor allem Irland, aber auch die Niederlande, Belgien, Dänemark und Schweden. Aktuell erwartet Coface noch keine Auswirkungen auf das relativ gesunde Wachstum in der Eurozone und hält die Prognose von 1,7 Prozent für dieses Jahr aufrecht. Getragen wird dieses Wachstum sowohl von den Konsumausgaben als auch den privaten Investitionen.

 

Frankreich hat sich in die Risikostufe A2 verbessert. Dafür sieht Coface einige positive Gründe. Die Unternehmensinvestitionen sind auf dem höchsten Stand seit vier Jahren, die Baubranche erlebt einen Schub, und die Insolvenzen gehen konstant zurück, 2016 um voraussichtlich 3,2 Prozent. Italien wurde in A3 hochgestuft. Auch dort fallen die Insolvenz- ebenso wie die Arbeitslosenzahlen. Die Investitionen ziehen wieder an. Osteuropa liegt im Sog der Entwicklung im Westen So wurden die Bewertungen von vier Ländern verbessert: Litauen ( A3), Slowenien (A3), Lettland (A4) und Rumänien (A4). Ausschlaggebend für die Upgrades sind das solide Wachstum und geringere Abhängigkeiten im Export von Russland.

 

Fallende Ölpreise wirken sich weiter spürbar aus

Die Öl-exportierenden Länder spüren natürlich weiterhin die Effekte der gesunkenen Preise. In Saudi-Arabien (neue Bewertung B), Kuwait (A3), Katar (A3) und Algerien (C) steigen die Defizite der öffentlichen Hand, und die Geschäfte der nicht direkt mit dem Öl verbunden Branchen lahmen. Dies gilt auch für Angola und Sambia (D), wo zudem die Währungen aufgrund des gebremsten Wachstums in China abwerten und die Preise für andere Rohstoffe ebenfalls fallen. Mozambique (D) steht höchstwahrscheinlich vor der Zahlungsunfähigkeit.

 

In diesem Kontext hat Coface eine achte Risikostufe in ihr Länder-Bewertungssystem eingefügt: E für „extremes Risiko“. Einige Länder, die in der bisher niedrigsten Stufe D waren, kommen nun in E: Afghanistan, Armenien, Zentralafrikanische Republik, Kuba, Eritrea, Iran, Irak, Libyen, Sudan, Syrien, Timor-Leste, Venezuela, Jemen, Simbabwe.

 

 

Coface_Risikolandkarte_Juli2016

 

 

Das komplette Panorama mit allen Details zu den Länderbewertungen können Sie auf dieser Seite herunterladen.

Einen Überblick gibt unsere neueste Landkarte der Länderrisiken, die ebenfalls zum Download bereit steht.

Presseveröffentlichung herunterladen : Risiken weltweit auf Höchststand (451,41 kB)

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Erich HIERONIMUS

Pressesprecher
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