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25.11.2016
Länder- und Branchenbewertungen, Pressemeldung

Abenomics: Pfeil verschossen

Coface:-Japans-Geldpolitik-wirkt-nicht

 Die Abenomics in Japan bestehen aus drei Pfeilen: einer expansiven Geldpolitik, einer Fiskalpolitik und Strukturreformen. Seit Beginn der Abenomics Anfang 2013 hat die Bank of Japan (BOJ) ihre Geldpolitik, die gemeinhin als "der erste Pfeil der Abenomics" bekannt ist, stark gelockert. Etwas mehr als dreieinhalb Jahre nach Einführung sieht es so aus, als lasse die Wirkung des ersten Pfeils immer weiter nach.

 

Die schwache Auswirkung der anfänglichen Yen-Abwertung auf die Exporte, die sich zu Beginn der geldpolitischen Lockerungsübungen einstellten, lässt sich durch das schwache weltweite Wirtschaftswachstum erklären. Diese schwache globale Handelsaktivität hat auch Japans Exporte belastet. Ein struktureller Grund für die schwache Exporttätigkeit kommt hinzu: das „pricing-to-market“ –Verhalten japanischer Exporteure, die die Exportpreise nicht am Yen, sondern an Fremdwährungen festmachen. Aufgrund des Währungsrisikos schwanken die Gewinnmargen der japanischen Hersteller stärker.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor für die Gewinne japanischer Industrieunternehmen ist das Ausmaß der Exportpaletten: Industrien mit einer geringen Exportpalette haben dabei stärker unter Aufwertungen des Yen zu leiden. Dagegen zeigen sie sich profitabler bei einer Yen-Abwertung. Nach der Beurteilung von Coface ist die wirtschaftliche Lage der Unternehmen in der Textil- und Chemieindustrien in Zeiten eines starken Yen anfälliger, während der Maschinenbau weniger betroffen ist.

„Die jüngsten Zahlen deuten darauf hin, dass Japan wieder einmal in einer Liquiditätsfalle stecken könnte. Erschreckender ist, dass das Deflationsrisiko nicht zurückgegangen ist. Aufgrund des geringen Spielraums für weitere geld- und fiskalpolitische Stimuli muss die japanische Regierung nun mutige Schritte in Richtung Deregulierungen und Strukturreformen wagen, um die Produktivität und das Wachstum der Löhne zu steigern. Ansonsten wird Japan weiter in einer Situation mit niedrigem Wachstum und Deflationsrisiken gefangen bleiben ", sagte Jackit Wong, Asien-Pazifik-Ökonomin von Coface.

 

Das komplette Panorama zum Thema Japan finden Sie als Download auf dieser Seite.

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