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18.09.2017
Länder- und Branchenbewertungen, Pressemeldung

Infrastruktur bremst Latam

Coface:-Infrastruktur-ist-Problem-für-die-Entwicklung-in-Lateinamerika
  • Schwache Entwicklung der Infrastruktur in Lateinamerika
  • Nur geringe Verbesserungen bei Investitionen
  • Schlechte Qualität der Transport- und übrigen Infrastruktur beeinträchtigt Wettbewerbsfähigkeit
  • Ressourcen für saubere Energien könnten Weg zur Entwicklung der Infrastruktur weisen
  • Public Private Partnerships als Lösung bei begrenzten Staatsfinanzen
  • Regierungen müssen Maßnahmen gegen Korruption beleben und Transparenz verbessern, um private Investoren zu gewinnen

 

Die fragile Entwicklung in den letzten Jahren belegt die Wettbewerbsprobleme der Länder in Lateinamerika. Was sind die Schwächen der Infrastrukturen in Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Ecuador, Mexiko und Peru?

Das Wirtschaftswachstum in Lateinamerika basierte über einen längeren Zeitraum wesentlich auf dem Rohstoff-Boom, der über ein Jahrzehnt bis etwa 2014 anhielt. Allerdings hatte diese Phase keine Auswirkungen auf die Verbesserung der Infrastruktur. Ab Mitte 2014 wirkten sich die niedrigeren Rohstoffpreise negativ auf die Aktivität in der Region aus und zeigten wie anfällig die Wirtschaft ist. Die Währungsabwertungen reichten nicht aus, um die Wettbewerbsschwächen der produzierenden Branchen auszugleichen und führten letztlich zu einer noch schlechteren Handelsbilanz.

Die Probleme der Region und der Unternehmen haben viele Ursachen, unter anderem die Arbeitsgesetze, hohe Steuern, das Bildungssystem, Bürokratie und die unzureichende Infrastruktur. Die Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (ECLAC) hat errechnet, dass die Region bis 2020 jährlich 6,2 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in die Infrastruktur investieren müsste – zurzeit schafft keines der wichtigsten Länder mehr als 3 Prozent.

Der Global Competitiveness Index analysiert verschiedene Aspekte der Infrastruktur und identifiziert eine Reihe von Notwendigkeiten: Die Transport-Infrastruktur ist deutlich unzureichend in Argentinien, Brasilien, Kolumbien und Peru. Der Straßenzustand ist die Achillesferse der Länder in Lateinamerika. Die schlechte Qualität der Häfen ist besonders in Brasilien ein großes Problem. Bisweilen ist der Transport von Gütern ins Ausland billiger als im Inland.

 

Saubere Energien und PPP

Chile ist eines der Länder, die auf die Entwicklung sauberer Energien setzen. Die Regierung hat das Ziel gesetzt, bis 2025 20 Prozent des Stroms aus nicht-fossilen, erneuerbaren Energien zu produzieren. Es wird erwartet, dass damit die Produktionskosten um ein Drittel sinken. Argentinien hat ebenfalls Pläne für erneuerbare Energien und ein Versteigerungsprogramm für deren Entwicklung und Ausbau aufgelegt. Während der ersten beiden Runden im vergangenen Jahr kamen 59 Projekte mit einem Gesamtwert von 4 Milliarden US-Dollar zu Versteigerung.

Da sich die öffentlichen Haushalte unter Druck befinden, gewinnen Public Private Partnerships (PPP) an Bedeutung. Um aber private Investitionen noch stärker anzuschieben, müssen einige Defizite beseitigt werden: Mangelnde Transparenz, unattraktive Konditionen, wenige und begrenzte Finanzierungsquellen sind nur einige davon. Laut Economist Intelligence Unit Indicator for PPP Environments bieten Chile und Kolumbien die besten Voraussetzungen für solche Projekte. Die Ausgabe 2017 des Reports belegt die stetige Entwicklung des Modells in der Region, wenngleich die Transparenz der PPP-Prozesse noch verbessert werden muss. Korruptionsskandale verzögern Investitionen und sorgen für Misstrauen bei ausländischen Geldgebern. Spürbare Strafen sind wichtig für das Vertrauen und das Interesse an den Projekten.

Um die Wirkung von Investitionen in die Infrastruktur zu optimieren, sind einige Aspekte wichtig:

Mehr Finanzierungsmöglichkeiten: Den generellen Mangel an Finanzierungsquellen sehen Unternehmer als größte Hürde für private Investitionen. Neue Investoren: Neue Investoren zu finden und zu interessieren ist wichtig, um den Wettbewerb zu stimulieren. Anreize schaffen: Attraktive Renditeaussichten und klare regulatorische Rahmenbedingungen könnten das Interesse privater Investoren wecken und stärken. Transparenz, interne Regeln und Compliance stärken: Maßnahmen in diesen Bereichen würden gegen Fälle von Bereicherung, Betrug und Korruption bei infrastrukturellen Bauprojekten helfen.

 

Details zum Thema Infrastruktur in Lateinamerika lesen Sie im Coface-Panorama. Es kann auf dieser Seite heruntergeladen werden.

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Erich HIERONIMUS

Pressesprecher
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