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22.07.2016
Länder- und Branchenbewertungen, Pressemeldung

Weniger Insolvenzen in MOE

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Die günstigen wirtschaftlichen Bedingungen führten im Vorjahr zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Unternehmen in Mittel- und Osteuropa (MOE). 2015 sank die Zahl der Insolvenzen in 9 von 13 untersuchten Ländern. Gleichzeitig ging der nach BIP gewichtete Durchschnitt der Insolvenzen in der Region um 14 Prozent zurück. Dennoch zeigten sich große Unterschiede in der Region: Die Ukraine und Litauen verzeichneten einen Anstieg im zweistelligen Bereich, während sich die Situation in Rumänien und Ungarn deutlich verbesserte. Coface erwartet, dass die Unternehmen die positiven Rahmenbedingungen weiter zu ihrem Vorteil nutzen und prognostiziert einen weiteren Rückgang um 5,3 Prozent für 2016.

 

Während die größten Emerging Markets unter einem verlangsamten Wachstum litten oder sich sogar in einer Rezession befanden, profitierten die MOE-Länder im letzten Jahr von einem besseren und positiven Wirtschaftsumfeld. Im Durchschnitt beschleunigte sich das regionale BIP-Wachstum von 2,6 Prozent 2014 auf 3,3 Prozent 2015. Die  langsame, aber sukzessive Erholung des Haupthandelspartners, der Eurozone, wirkte sich positiv auf die Exportwirtschaft aus. Eine Kombination aus anhaltendem Rückgang der Arbeitslosenzahlen, steigenden Löhnen, geringer Inflation, geringer Rohstoffpreise und einem historisch niedrigen Zinsniveau machte den privaten Konsum zum wesentlichen Treiber des Wirtschaftswachstums. Von der EU mitfinanzierte Investitionen waren ein weiterer Grund für die positive Entwicklung des Wachstums.

 

Positive und negative Zeichen innerhalb der Region

Die Insolvenzen variierten stark von Land zu Land. Den signifikantesten Rückgang mit fast 50 Prozent verzeichnete Rumänien, das von erheblichen Steueranreizen profitierte. Der höchste Anstieg in der Region mit 20,8 Prozent wird aus der Ukraine gemeldet und ist auf die anhaltende Rezession durch den Konflikt mit Russland zurückzuführen. In der Branchenanalyse zeigt sich, dass jene Branchen, die direkt vom Privatkonsum abhängen, von der steigenden Nachfrage profitierten. Dennoch sind Handelsunternehmen aufgrund der hohen Marktsättigung, des intensiven Wettbewerbs und der geringen Margen noch immer stark in den Insolvenzstatistiken vertreten.Insgesamt zeigt sich in den Insolvenzstatistiken von 2015 jedoch ein positives Bild der Unternehmen in MOE. Dieser Trend sollte sich fortsetzen, da die Unternehmen weiterhin von einem guten wirtschaftlichen Umfeld profitieren, besonders im Vergleich mit den Turbulenzen in vielen anderen aufstrebenden Märkten. Die Länderbewertungen von Coface bestätigen dieses positive Bild der Region mit mehreren Aufwertungen in diesem Jahr: Im Januar wurde Ungarn auf A4 hochgestuft. Im Juni folgten die Aufwertungen von Lettland auf A4, Litauen auf A3, Rumänien auf A4 und Slowenien auf A3.„Die allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wirken weiterhin unterstützend, aber schwächer als im Vorjahr“, meint Grzegorz Sielewicz, Region Economist für Central Europe bei Coface. „Wir gehen von einem Rückgang der Insolvenzen um 5,3 Prozent für das Gesamtjahr 2016 aus.“

 

Mehr Details in der Presse-Information (Deutsch) und im kompletten Panorama (Englisch).

Ebenfalls zum Download auf dieser Seite eine Info-Grafik (Englisch).

 

 

Coface_Infografik_Insolvenzen-MOE
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Erich HIERONIMUS

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