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24.06.2015
Länder- und Branchenbewertungen, Pressemeldung

Coface stuft China ab

Coface stuft China ab

Aufgrund der Besorgnis erregenden Unternehmensverschuldung hat Coface China herabgestuft. Das Land rangiert in der Länderbewertung des internationalen Kreditversicherers nun in der Stufe A4. Positiv entwickelt hat sich dagegen die Situation in Tschechien, Portugal und Vietnam. Ihre Bewertungen wurden heraufgestuft. Eine ganze Reihe Länder ist neu auf der Liste „negative Watch“, vor allem wegen der Auswirkungen des Ölpreises.

 

Nachdem China im Januar 2015 auf die Liste für eine Abstufung genommen wurde, ist dieser Schritt nun vollzogen. Die Verschuldung des privaten Sektors steigt weiter, besonders die von Unternehmen. Nach Zahlen des IWF betrug die Verschuldungsrate Ende vergangenen Jahres 207 Prozent des BIP. 2008 waren es noch 130 Prozent. Diese Quote ist deutlich höher als in anderen Schwellenländern und äußerst bedenklich. „Vor allem für Unternehmen in anfälligen Branchen steigt das Insolvenzrisiko“, heißt es in einer aktuellen Einschätzung von Coface. Vor allem den Firmen aus dem Baustoff-, Chemie- und Stahlsektor mit Bezug zu Infrastrukturinvestitionen würden ihre Überkapazitäten immer mehr zu schaffen machen.

 

Positive Entwicklungen

Die Tschechische Republik, Portugal und Vietnam, die im Januar 2015 auf die Beobachtungsliste für eine Aufwertung genommen worden waren, setzen dagegen ihre positive Entwicklung fort, vor allem aufgrund der starken Nachfrage der Verbraucher. Tschechien profitiert von der Erholung in Westeuropa, besonders des Kfz-Marktes, und wurde in A3 heraufgestuft. Gute Zahlungserfahrungen waren ein wichtiger Grund für das Upgrade von Portugal in A4. Damit bestätigt sich die positive Entwicklung der Unternehmen, besonders der exportierenden Firmen. Vietnam, das in B heraufgesetzt wurde, erlebt einen starken Anstieg der privaten Nachfrage. Nicht zuletzt wegen der niedrigen Inflation zeigen sich die Verbraucher wieder zuversichtlich.

 

Ölpreis bringt Länder auf „negative Watch“

Kanada ist in der A1-Bewertung nun auf der Liste mit negativem Ausblick. Der Verfall des Ölpreises wirkt sich auf die Investitionstätigkeit aus. Zudem gibt es Risiken auf dem Immobilienmarkt. Im ersten Quartal 2015 war das Wachstum rückläufig. Algeriens A4-Bewertung ist ebenfalls auf „negative Watch“. Der Ölpreisverfall schlug auf die staatlichen Etats und die Leistungsbilanz durch. Die Konjunktur wird weiter schwächeln, sollte der Ölpreis nicht bald wieder anziehen. Auch die Bewertung Gabuns mit B wurde unter Beobachtung für eine mögliche Abstufung gestellt. Die große Abhängigkeit vom Öl verpasst dem Wirtschaftswachstum einen Dämpfer. Für 2015 werden noch vier Prozent erwartet, in den Jahren zuvor gab es ein Plus von durchschnittlich 5,4 Prozent. Indessen leidet Tansania unter dem starken Wertverlust seiner Währung gegenüber dem US-Dollar. Die Unternehmen könnten in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Das Wachstum ist gebremst, das Defizit der öffentlichen Hand nimmt zu. Coface hat auch Tansania deshalb in B auf die negative Beobachtungsliste genommen. In Madagaskar leidet die Wirtschaft unter der anhaltenden politischen Instabilität. Die Länderbewertung in der Kategorie C ist nun auf „negative Watch”.

Presseveröffentlichung herunterladen : Coface stuft China ab (338,42 kB)

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