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07.11.2017
Länder- und Branchenbewertungen, Pressemeldung

Anleihemärkte als „Reserverad“

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Die Finanzierung über Bonds wächst stark in Schwellenländern.

  • 2017: 20 Jahre nach der Asienkrise. Krise zeigte für die Schwellenländer die Notwendigkeit zur Diversifizierung in der Unternehmensfinanzierung auf: Nicht nur auf Bankkredite bauen.
  • Anleihemärkte fungieren immer mehr als “Reserverad”. Effekte hängen auch davon ab, ob inländische oder internationale Angebote genutzt werden.

Seit Anfang der 2000er-Jahre steigt die Verschuldung der Unternehmen in den Schwellenländern stetig an. Seit der Krise 2008 hat sich das noch beschleunigt. Die aufstrebenden Länder in Asien zeigen mit 133 Prozent zum BIP den höchsten Verschuldungsgrad der Unternehmen. Den Haupanteil steuern die Unternehmen in China zu diesem Durchschnitt bei.

Die Unternehmen setzen weiter primär auf Kredite von heimischen Banken. Allerdings zeigt der Anleihemarkt in den Emerging Markets eine schnellere Wachstumsdynamik. Der Anteil von Bonds an der externen Finanzierung der Unternehmen stieg von 14 Prozent im Jahr 2008 auf 20 Prozent 2016. Generell bringt diese Diversifizierung positive Effekte für Unternehmen und Verbraucher. Die Kosten für die Finanzierung sinken, die Verfügbarkeit von Kapital für kleinere Unternehmen steigt und Investitionen werden stimuliert.

In Zeiten von Kreditklemmen, wie sie in den Emerging Markets während der Krise 2008/2009 und dann 2015/2016 spürbar waren, können Anleihen Unternehmen etwas Luft verschaffen. Die Coface-Analysten haben in 18 Ländern die Entwicklung von Bondmärkten in Phasen gleichzeitiger Kreditknappheit untersucht und drei Gruppen von Ländern unter den Schwellenländern identifiziert:

  • Erste Gruppe: Der inländische Bondmarkt wirkte als „Ersatzrad“ für Unternehmen in Thailand, Indonesien, Polen, der Tschechischen Republik, Ungarn und Argentinien.Diese Bondmärkte wuchsen auch, als Bankkredite knapper wurden. Ihr Wachstum war schneller und die Unternehmen (über 60% in Tschechien und 86% in Thailand) halten den größten Teil ihrer Verbindlichkeiten im Inland.
  • Zweite Gruppe: Die Unternehmen haben fehlende Bankkredite durch Auslandsanleihen in den dynamischen Märkten Chile, Kolumbien, Mexiko und Türkei ausgeglichen. Anders als die erste Gruppe gingen diese Unternehmen auch das Wechselkursrisiko ein, wenn Bonds in fremder Währung begeben wurden.
  • Dritte Gruppe: Keine Alternative für Bankkredite in Südafrika, Brasilien, Malaysia und Russland.Während sich die gefallenen Preise für Rohstoffe in einer nachlassenden Dynamik der Wirtschaftsleistung spiegelten, wirkten auch Bonds hier nicht antizyklisch. Die Nachfrage ging zurück. Trotz verfügbarer Liquidität wirkten die Anleihemärkte nicht ausgleichend bei wirtschaftlichen Schocks.

Die komplette Untersuchung kann auf dieser Seite heruntergeladen werden.

Presseveröffentlichung herunterladen : Anleihemärkte als „Reserverad“ (254,03 kB)

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Erich HIERONIMUS

Pressesprecher
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