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18.03.2016
Länder- und Branchenbewertungen, Pressemeldung

Iran: Vorsicht, scharfe Kurve!

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Nach fünf Jahren Sanktionen ist der Iran auf dem Weg zurück in die globale Wirtschaft. Dies könnte durch den Öl-Effekt positive Auswirkungen für das internationale Wachstum haben. Vor allem aber steht der Iran selbst vor grundlegenden Veränderungen. Die iranische Wirtschaft wird sich, vor allem durch den Außenhandel und Investitionen, wiederbeleben. Dieser Wandel von einem weitgehend geschlossenen zu einem offeneren System dürfte allerdings nicht einfach zu steuern sein.

 

Nach zwei Jahren Rezession erwartet Coface für 2016 ein reales Wachstum um 3,8 Prozent, vor allem aufgrund der gelockerten Sanktionen. Die Regierung geht davon aus, Investitionen aus dem Ausland in Höhe von jährlich mindestens 50 Milliarden Dollar anregen zu können. Diese Summen liegen weit über den 2,1 Milliarden Dollar ausländischer Investitionen im Iran im Jahr 2014. „Schlüsselindustrien für einen solchen Aufschwung in der Phase ohne Sanktionen dürften der Transport, der Wohnungsbau und die städtische Infrastruktur werden. Darüber hinaus und neben der Öl- und Gasindustrie, von der der Iran stark abhängig ist, haben aber nahezu alle Branchen Entwicklungschancen“, meintSeltem Iyigün, Economist bei Coface für MENA und die Türkei.
Dem entgegen stehen nicht zu unterschätzende Problem. „Importe mit einem Wert über 50.000 US-Dollar unterliegen einer Mengen- und Qualitätskontrolle. Zusätzlich zu den Gebührenbestimmungen dürften regulatorische Begrenzungen und eine starre Bürokratie die Entwicklung des Handels weiter zumindest kurzfristig behindern“,sagt Sofia Tozy, Economist bei Coface für den Nahen Osten. Die schnelle Öffnung für den Handel könnte auch wie ein Schock auf die iranische Währung Rial wirken. Und eine reale Aufwertung der Währung hätte gegenläufige Auswirkungen auf die Binnengeschäfte.
Auch wegen des derzeit ungünstigen globalen Umfelds und der strukturellen Probleme im Iran könnten die erwarteten positiven Effekte länger auf sich warten lassen. Der gebremste Welthandel und die regionalen Verwerfungen dürften die stimulierenden Aspekte der Öffnung und der geringeren Handelskosten dämpfen. Da der Iran stark von der Ölproduktion abhängig ist, um auch die Binnenwirtschaft insgesamt voranzubringen, sind die aktuell niedrigen Ölpreise kontraproduktiv für diese Entwicklung. Niedrigere Einnahmen bremsen staatliche Investitionen und die Möglichkeiten zur Entwicklung der Wirtschaft aus. Schließlich trüben die schwache Infrastruktur im Land und der fragile Bankensektor langfristig die Wachstumsaussichten.

 

Mit Blick auf die Branchen hat Coface zwei Sektoren ausgewählt, die den Spagat zwischen Chancen und Problemen aufzeigen, der sich auf dem Weg des Iran in den offenen Markt ergibt: Energie und Automobil.

 

Mehr dazu in der Presse-Information sowie im ausführlichen Panorama.

 

 

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Erich HIERONIMUS

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