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06.11.2013
Länder- und Branchenbewertungen, Wissen, Spezial

Prognose für 2014

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Coface passt Wachsstumserwartungen an: Rezession in der Eurozone scheint überwunden, Wachstum der Schwellenländer schwächt sich ab.

Coface passt ihre Wachstumserwartungen für viele Länder an: Nachdem die globale Wirtschaftsleistung drei Jahre infolge an Dynamik verlor, gehen die Analysten des internationalen Kreditversicherers für 2014 von einem leichten Anstieg beim weltweiten BIP-Wachstum aus. Sie rechnen mit einem Plus von 3,1 Prozent (2013: 2,5%). Wesentlich trägt dazu die Trendwende in der Eurozone bei, wo die Rezession überwunden scheint (1,0%, 2013: -0,4%), sowie das steigende Wachstum in den USA (2,2%, 2013: 1,5%) und in Großbritannien (1,5%, 2013: 1,2%).

Dem Wirtschaftswachstum in den etablierten Industrieländern stehen jedoch strukturelle Probleme in den großen Schwellenländern gegenüber, deren Wirtschaftsleistung 2013 zurückging. Auch 2014 wird ihr Wachstum weit unter dem Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2011 liegen. Unsere Wachstumsprognose 2014 für China liegt bei 7 Prozent (2013: 7,5%), für Indien bei 5 Prozent (2013: 5,5%), für Brasilien bei 2,9 Prozent (2013: 2,3%) und für Russland bei 2,8 Prozent (2013: 1,9%). Besonders die geänderten Kapitalströme gefährden die wirtschaftliche Entwicklung in den Emerging Markets. Der Kurswechsel in der US-amerikanischen Währungspolitik führt zu deutlichen Kapitalabflüssen. Die Folge ist ein vehementer Verfall der Wechselkurse. Am meisten betroffen sind die indonesische Rupiah und die indische Rupie. Der brasilianische Real, die türkische Lira und der südafrikanische Rand haben in den letzten Monaten ebenfalls erheblich an Wert verloren.

Aber auch das Wachstum in den Industrieländern steht noch auf wackligen Beinen. Getragen vom privaten Konsum und den Investitionen der Unternehmen erlebt die US-Wirtschaft zwar einen Aufschwung. Die im Januar anstehenden Neuverhandlungen der öffentlichen Haushalte setzen jedoch ein Fragezeichen hinter die positiven Wachstumsprognosen. In der Eurozone gefährden die hohe Staatsverschuldung und die mangelnde Stabilität im Bankensystem ein solides Wachstum. Vor allem in Südeuropa sind soziale Unruhen und politische Krisen nicht auszuschließen. Die schwierigen Rahmenbedingungen belasten die Unternehmen. Die anhaltende Zurückhaltung bei der Kreditvergabe verhindert Investitionen und eine spürbare Belebung des Konsums. 

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