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18.05.2016
Länder- und Branchenbewertungen, Pressemeldung

Ungarn: Unternehmen sparen

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Ungarns Wirtschaft läuft recht gut. Das Wachstum dürfte in diesem Jahr 2,2 Prozent betragen. Hauptgrund dafür ist der private Konsum. Die Arbeitslosenzahlen gehen zurück, das verfügbare Einkommen steigt, der Staat investiert in Sozialprogramme und die Probleme mit bisher auf Auslandwährungen laufende Hypothekendarlehen sind gelöst. Aber das Wachstum wird gebremst. Die Unternehmen investieren nur zurückhaltend. Der Grund: die hohe Steuer- und Abgabenlast.

 

Konsum treibt das Wachstum

Seit der Rezession 2012 weist die ungarische Wirtschaft stabile Wachstumsraten aus. Dazu tragen EU-Programme wesentlich bei, sind aber bei weitem nicht der einzige Faktor. Der private Verbrauch wird stimuliert von anhaltenden Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt, sowohl im öffentlichen wie im privatwirtschaftlichen Bereich, und von Steuererleichterungen bei wie bei der Mehrwertsteuer. So ist der Konsum derzeit der Haupttreiber des Wachstums. Das wird voraussichtlich auch in den kommenden Quartalen so bleiben. Die Haushalte profitieren auch davon, dass Hypothekendarlehen von ausländischen Währungen auf die eigene Währung Forint umgestellt wurden.

“Obwohl Ungarn in diesem Jahr etwas langsamer wächst, sind die 2,2 Prozent doch beachtlich. Der Konsum ist weiter robust, die Wirtschaft insgesamt wird aber von der nicht so guten Situation der Unternehmen gebremst“, erklärt Grzegorz Sielewicz, Regional Economist für Osteuropa bei Coface.

 

Unternehmen investieren nicht trotz stimulierender Maßnahmen

Wegen der hohen Defizite und der Staatsverschuldung hat die Regierung Maßnahmen ergriffen, um die Einnahmen zu verbessern. Viele Branchen leiden unter hohen Steuern und Abgaben. Banken, Energie- und Telekommunikationsunternehmen sowie die großen Einzelhändler beklagen zusätzliche finanzielle Belastungen. Trotz einer Entspannung der Haushaltslage und des stärkeren Wachstums wurden weitere Steuern eingeführt. Die Erwartung weiterer regulatorischer und gesetzgeberischer Maßnahmen verunsicherte die Unternehmen und verhinderte Investitionen und Geschäftsausweitungen. Die Zentralbank versucht zwar mit stimulierenden Maßnahmen wie einer deutlichen Zinssenkung und einem Wachstumsprogramm mit günstigen Krediten für KMU die Wirtschaft anzukurbeln. Dennoch setzt der gesamte Unternehmensbereich offensichtlich mehr auf Schuldenabbau als auf Investitionen.

 

Automobilbranche wichtige Stütze der ungarischen Wirtschaft

Besonders Unternehmen in ausländischem Besitz bekamen die Probleme zu spüren. Davon ausgenommen war die Automobilbranche, die in Ungarn günstige Geschäftsbedingungen vorfindet. Die Branche ist eine wichtige Stütze der Wirtschaft, produziert zehn Prozent der Güter und trägt 4,5 Prozent zur gesamten Wertschöpfung bei. Der recht gute Ausblick für die Branche begründet sich auch in der Nachfrage aus Westeuropa, den wichtigsten Abnehmerländern. Hinzu kommt die gute preisliche Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Herstellern in der Eurozone, die nicht selten unter Überkapazitäten leiden. Es scheint auch so, dass die Branche in Ungarn nicht wesentlich vom Volkswagenskandal getroffen wurde, obwohl VW in Ungarn stark vertreten ist.

 

Lesen Sie mehr zur ungarischen Wirtschaft im neuen Coface Panorama.

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Erich HIERONIMUS

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