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17.05.2018
Länder- und Branchenbewertungen, Pressemeldung

Afrika: Schwindende Reserven

Coface:-Geringe-Währungsreserven-erhöhen-Risiko-für-Crash-in-Afrika
  • Seit 2014 anhaltender Währungsdruck belastet Unternehmen
  • 2017 nahmen steigende Rohstoffpreise etwas Druck aus den Wechselkursen für das südliche Afrika, Nigeria, Ägypten und WAEMU
  • Anspannung bleibt hoch in Angola, Äthiopien, CEMAC und von Ebola betroffenen Ländern

     

Währungsabwertungen verlangsamt, aber Exchange Market Pressure Index (EMPI) zeigt Bündel an Risiken

Zwischen 2013 und 2016 haben die meisten afrikanischen Währungen über 20 Prozent ihres Wertes verloren. Dabei waren die Länder unterschiedlich vom Rückgang der Rohstoffpreise betroffen. Besonders Unternehmen spürten direkte Auswirkungen, die sich gleich mehreren negativen Variablen ausgesetzt sahen: beschleunigte Preissteigerungen für Importwaren, Anstieg der in Auslandswährungen notierten Schulden und teurere internationale Transaktionen. Die Währungsprobleme führten zudem zu Liquiditätsengpässen, zur Einführung von Kapitalkontrollen und Importlizenzen und behinderten so die Unternehmen in ihren gewohnten Operationen.

2017 begann sich die Abwertungsspirale etwas zu lockern, besonders im südlichen Afrika, Sambia und Mozambique. Dort wirkten sich die freien Wechselkursregimes und verbesserte Handelsbilanzen positiv auf die Wechselkurse aus. Die Entwicklung des EMPI (Exchange Market Pressure Index) zeigt, dass der Stressindexwert von 2016 auf 2017 auch in Ländern zurückging, die ein weniger flexibles Wechselkurssystem haben: zum Beispiel in der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion. In Nigeria führten die erholten Ölpreise 2017 zur deutlichen Verbesserung des EMPI. Verstärkt wurde diese Entwicklung durch die Öffnung eines Wechselkursfensters für Investoren und Exporteure im April 2017, das zu einer graduellen Erholung der Reserven beitrug.

In Nordafrika ist die Entwicklung anders. Während Algerien und Tunesien weiter unter Druck stehen, gibt es in Libyen Verbesserungen durch die wieder gestiegene Ölproduktion. In Ägypten hat sich das Pfund stabilisiert und die Reserven sind um 80 Prozent gestiegen. Entsprechend hat sich der EMPI verbessert.

Trotzdem führen die Altlasten aus den Jahren 2014 bis 2016 weiter zu Druck auf mehrere Währungen. Die Reserven gehen in Angola, wo es eine erkennbare Kluft zwischen dem Nennwert der Währung und einer Parallelbewertung gibt, und in der Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion, weiter zurück. Angespannt bleibt die Lage in den Ländern, die vom Ausbruch der Ebola-Epidemie 2014 betroffen waren: Guinea, Liberia und Sierra Leone. In Äthiopien lastet das permanente Leistungsbilanzdefizit weiter auf den Reserven und der Währung, die als überbewertet gilt.

 

Medianwert für Devisenreserven auf 3,2 Monate gefallen

Die Devisenreserven wurden seit 2014 gebraucht, um die Währungen zu stützen. 2014 lagen die rechnerischen Reserven zur Finanzierung der Importe im Medianwert bei 3,9 Monaten, 2017 waren es noch 3,2 Monate. Bei sieben weiteren Ländern sank dieser Wert unter drei Monate: Sambia, Mozambique, Guinea und die CEMAC-Mitglieder. Aber auch Länder mit größeren Reserven blieben nicht von der Entwicklung verschont. Da sie stark von unverarbeiteten Rohstoffen anhängig sind, können Reserven schnell aufgebraucht sein. Alles in allem folgt der Devisenhandel so starken Schwankungen. Dies trifft auch und besonders Länder, die unverarbeitete Produkte aus der Landwirtschaft zu relativ niedrigen Preisen exportieren. Dazu zählen Kakao (Elfenbeinküste, Ghana, Nigeria und Kamerun) und Kaffee (Äthiopien, Uganda, Tansania).

 

Mehr Infos im Coface-Focus ("Siehe auch")

 

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Erich HIERONIMUS

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