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30.11.2016
Länder- und Branchenbewertungen, Pressemeldung

Risiken für deutschen Export

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1,7 Prozent: Das ist die Wachstumsprognose von Coface für die deutsche Wirtschaft im nächsten Jahr. „Stabil, solide, aber nicht frei von Risiken“, beschreibt Dr. Mario Jung die Erwartung nach 1,8 Prozent Zuwachs in diesem Jahr. Der Coface-Ökonom sieht mögliche Probleme vor allem im Exportbereich, besonders in den wichtigen Zielländern USA, Großbritannien und China. „Wichtigster Wachstumstreiber wird daher auch 2017 der private Verbrauch sein, der vor allem von der guten Arbeitsmarktlage angetrieben wird.“

 

Risiken für die deutsche Wirtschaft könnten vor allem von der außenwirtschaftlichen Flanke kommen. Zum einen wird der Welthandel insgesamt auch 2017 nur schwach zulegen. Zum anderen gibt es bei einigen der wichtigsten Zielländer deutscher Exporte spezifische Risiken: der anstehende Brexit sowie die Konjunkturabkühlung in China und den USA. Das deutsche Ausfuhrvolumen wird 2016 nur um 2,3 und 2017 nur um 3,4 Prozent zulegen.

 

2017: Insolvenzen sinken weiter

Coface erwartet bei den Unternehmensinsolvenzen den achten Rückgang in Folge, der sich mit einem Minus von 4,2 Prozent allerdings etwas abschwächen sollte. Mit einem Volumen von rund 21.000 Insolvenzfällen läge die Anzahl der Unternehmenspleiten damit Ende 2017 um immerhin rund 36 Prozent unter ihrem vorherigen Hochpunkt im Jahr 2009. Damals lagen den deutschen Amtsgerichten fast 33.000 Insolvenzmeldungen vor. Grund für eine vollständige Entwarnung gibt es aber nicht. Denn die Forderungen aus beantragten Insolvenzverfahren steigen. Mit einem Volumen von fast 20 Mrd. Euro lagen sie bis August 2016 bereits um über 70 Prozent über den Forderungen im gleichen Zeitraum 2015. Ursache sind Insolvenzfälle von größeren Unternehmen wie Steilmann oder Unister, aber auch starke Anstiege unter Freiberuflern, technischen und wissenschaftlichen Dienstleistern.

 

Risiken in wichtigen Exportländern

„Die stabilen Aussichten für die deutsche Konjunktur heißen nicht, dass in der deutschen Wirtschaft im kommenden Jahr Langeweile angesagt ist. Denn von außenwirtschaftlicher Seite gibt es eine Vielzahl von Risiken, die gerade auf die exportabhängige deutsche Volkswirtschaft zurückprallen könnten“, meint Dr. Mario Jung. Die Aussichten der deutschen Exportwirtschaft für 2017 bleiben entsprechend verhalten. „Mit Blick auf die Top-10-Zielländer für deutsche Warenausfuhren fällt auf, dass die konjunkturellen Aussichten für diese Gruppe in der Tendenz schwächer sind als 2016.“ Immerhin gehen rund 60 Prozent der Exporte in diese Länder.

Besonders stark ins Gewicht fallen dürfte die konjunkturelle Abkühlung in vier der fünf wichtigsten Zielländer deutscher Exporteure. So erwartet Coface für das drittwichtigste Exportland Großbritannien einen vor allem Brexit-bedingten Einbruch des Wachstums von 1,9 auf 0,9 Prozent, was auch empfindlich auf die deutschen Ausfuhren zurückschlagen sollte. Zudem dürfte sich die graduelle Wachstumsverlangsamung in China ebenso fortsetzen wie die Eintrübung in den USA, die mit einem Anteil von rund 9 Prozent zum wichtigsten Exportabnehmer Deutschlands geworden sind. Dabei bleibt noch abzuwarten, welche wirtschaftspolitischen Impulse vom neuen Präsidenten Trump ausgehen werden. Dies könnte auch die politische Unsicherheit in die Höhe treiben und damit das Exportklima belasten.

Auch Frankreich als zweitwichtigstes Exportziel wird 2017 voraussichtlich wieder einen leichten Rücksetzer beim Wirtschaftswachstum erleiden müssen. Diese Belastungen auffangen dürften zumindest teilweise die leicht verbesserten konjunkturellen Perspektiven in den verbleibenden Ländern der Gruppe der Top-10, aber vor allem das wieder deutlich höhere Wachstum in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Diese Länder machen rund 30 Prozent der deutschen Ausfuhren aus. 2017 werden sie nach den Prognosen von Coface ihren Aufwärtstrend beim Wirtschaftswachstum mit 4,2 Prozent fortsetzen.

 

Privater Verbrauch bleibt Wachstumsstütze

Die soliden Wachstumsaussichten für die deutsche Wirtschaft werden vor allem von der dynamischen Gangart des privaten Verbrauchs getragen. Nach der Prognose von Coface wird sich der Zuwachs der realen Konsumausgaben der privaten Haushalte im kommenden Jahr sogar weiter auf 2,0 Prozent beschleunigen. Zwischen 2006 und 2014 lag das durchschnittliche Konsumplus bei deutlich niedrigeren 0,8 Prozent, und das deutsche Wirtschaftswachstum wurde vor allem von den Netto-Exporten getragen. Aufgrund der hohen Dynamik der privaten Konsumausgaben werden diese laut Coface-Prognose fast zwei Drittel des Wachstums des BIP von 1,7 Prozent sicherstellen.

 

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