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5 Erfolgsfaktoren für den Forderungseinzug auf dem afrikanischen Kontinent

Sprache, Zahlungsgewohnheiten, rechtliche Besonderheiten, Kommunikationsweisen: Der Erfolg beim Einzug offener Forderungen hängt maßgeblich von Ihrer Fähigkeit ab, sich an lokale Gegebenheiten anzupassen. Unsere Experten teilen ihre Erfahrungen und praxisnahen Empfehlungen, damit Ihre Bemühungen zum Forderungseinzug nicht zu einer langwierigen und ineffizienten Herausforderung werden.

#1: Zwischen Chance und Komplexität

Das Forderungsmanagement in Afrika stellt für Unternehmen, die auf dem Kontinent tätig sind, ein zentrales strategisches Thema dar. Afrika bietet zwar erhebliches wirtschaftliches Potenzial, gleichzeitig bestehen jedoch beträchtliche Risiken im Hinblick auf verspätete Zahlungen und Zahlungsausfälle. Die Zahlungsbedingungen können sich zudem von Land zu Land erheblich unterscheiden. 

Der DSO (Days Sales Outstanding), eine zentrale Kennzahl zur Messung der Inkasso‑Performance, erreicht in Afrika häufig sehr hohe Werte. In einigen Regionen liegt er bei über 120 Tagen, was den Liquiditätsbedarf erhöht und die Rentabilität von Unternehmen beeinträchtigt. Vor dem Hintergrund dieser Unterschiede basiert eine effektive Inkassostrategie auf einem fundierten Verständnis lokaler Besonderheiten, einem konsequenten Risikomanagement sowie dem Einsatz geeigneter Instrumente. 

Politische und wirtschaftliche Instabilität stellt in vielen afrikanischen Ländern eine Realität dar. Sie wird durch Faktoren wie interne Konflikte, häufige Regierungswechsel, eine starke Abhängigkeit von Rohstoffen sowie unzureichende Devisenreserven beeinflusst. 

Diese Faktoren beeinträchtigen die Zahlungsketten und die Verfügbarkeit von Fremdwährungen, die für die Begleichung internationaler Rechnungen erforderlich sind.  

 

 

#2: Umgang mit unterschiedlichen Zahlungsgewohnheiten

Die Zahlungskulturen unterscheiden sich nicht nur erheblich zwischen einzelnen Ländern, sondern auch zwischen verschiedenen Branchen

In einigen Ländern werden deutliche Zahlungsverzögerungen im Geschäftsalltag stillschweigend toleriert, was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass gerichtliche Inkassoverfahren als ineffektiv oder zu kostspielig angesehen werden. Infolgedessen sind sich Schuldner häufig bewusst, dass bei verspäteten Zahlungen nur ein geringes Sanktionsrisiko besteht. 

 

#3: Umgang mit langsamen und komplexen Gerichtsverfahren

In vielen afrikanischen Ländern leiden die Justizsysteme unter einem Mangel an Ressourcen. Das führt zu erheblichen Verzögerungen bei der Bearbeitung von Fällen. 

Wenn sich Zahlungsfristen verlängern und der DSO (Days Sales Outstanding) akzeptable Schwellenwerte überschreitet, werden rechtliche Schritte häufig unvermeidbar – das kann aber zwischen 12 und 36 Monaten dauern. Dies erhöht die Kosten der Forderung und verringert gleichzeitig die Realisierungschancen. 

 

#4: Mut und Einfallsreichtum in der Praxis

Die Inkassoexperten von Coface konnten kürzlich einen bedeutenden Erfolg erzielen, und dabei zugleich eine besonders „kreative“ Lösung umsetzen: In einem Fall mit einem afrikanischen Staat gelang die vollständige Realisierung einer Forderung in Höhe von 2,8 Mio. € zugunsten eines Versicherungsnehmers. 

Im Rahmen eines Versicherungsvertrags hatte Coface ein Unternehmen abgesichert, das auf Verteidigungs- und Überwachungssysteme spezialisiert ist, und Schutz gegen die Nichtzahlung projektbezogener Raten gewährt. Nach Abschluss des Projekts verweigerte das auftraggebende Land jedoch die Begleichung der Schlussrechnung. Trotz mehrerer einvernehmlichen Lösungsversuche durch den Versicherungsnehmer blieb die Zahlung aus, sodass Coface mit der Bearbeitung des Falls beauftragt wurde. 

Da der Vertrag eine Schiedsklausel enthielt, leitete Coface ein Schiedsverfahren nach den Regeln der UNCITRAL ((Kommission der Vereinten Nationen für internationales Handelsrecht) ein. Das Schiedsgericht verpflichtete den Schuldnerstaat zur Zahlung von 2,3 Mio. € zuzüglich 560 Tsd. € an Verzugszinsen und Verfahrenskosten.  

Da die Entscheidung in der Folge nicht freiwillig umgesetzt wurde, identifizierte Coface eine strategische Handlungsoption und setzte eine ebenso innovative wie effektive Maßnahme um: Mit Unterstützung seiner Rechtsberater erwirkte Coface vor dem Appellationsgericht in Lüttich eine Sicherungspfändung von vier Lokomotiven, die der Schuldnerstaat bei einem belgischen Unternehmen bestellt hatte. Dadurch wurde deren Auslieferung blockiert.

Diese entschlossene Maßnahme führte zu einer unmittelbaren Reaktion des Schuldnerstaates, der daraufhin die gesamte Forderung beglich. Dieser Erfolg verdeutlicht die Fähigkeit von Coface, sämtliche rechtlichen und operativen Hebel zu mobilisieren, um die Interessen seiner Kunden konsequent durchzusetzen, selbst gegenüber souveränen Staaten und im Rahmen internationaler Schiedsverfahren. 

 

#5: Die Einbindung von Experten: eine strategische Notwendigkeit

Angesichts der Komplexität wirtschaftlicher, rechtlicher und kultureller Rahmenbedingungen in Afrika kann der eigenständige Forderungseinzug schnell zu einem zeitaufwändigen, kostenintensiven und unsicheren Prozess werden. 

Interne Teams verfügen nicht immer über die erforderlichen Ressourcen, die spezifische Expertise oder die notwendigen lokalen Kenntnisse, um Verhandlungen effektiv zu führen, insbesondere im Umgang mit Schuldnern im Ausland, in Märkten mit deutlich abweichenden Geschäftspraktiken, Sprachen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Darüber hinaus kann ein direktes Inkasso durch den Gläubiger strategisch wichtige Geschäftsbeziehungen schnell negativ beeinträchtigen. 

Diese Aufgabe einem weltweit führenden Anbieter wie Coface anzuvertrauen, bedeutet, auf ein Netzwerk internationaler Experten mit lokaler Präsenz vor Ort zurückzugreifen. Die Fachleute verbinden juristische Kompetenz mit ausgeprägten Verhandlungsfähigkeiten und wissen, wie man Inkassostrategien an den jeweiligen Kontext anpasst. Coface realisiert offene Forderungen in 190 Ländern, darunter 50 in Afrika. 

Dank der fundierten Kenntnisse der lokalen Märkte sowie eines erfolgsabhängigen Vergütungsmodells („Success Fees“) erzielen die Experten von Coface häufig schnellere und effizientere Einigungen, und ermöglichen es Unternehmen gleichzeitig, ihre Geschäftsbeziehungen zu wahren und sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. 

 

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