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02.07.2015
Länder- und Branchenbewertungen

Afrika und der Ölpreis

 

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Nach wie vor hängen die afrikanischen Länder südlich der Sahara sehr von den Weltmarktpreisen für Rohstoffe ab.Während ihr Wachstum unlängst noch durch hohe Preise beschleunigt wurde, muss die Region nun mit den Folgen des niedrigen Ölpreises zurechtkommen. Coface hat in einer Studie 45 Länder untersucht, inwieweit sie betroffen sind. Mit Kenia, Äthiopien und Uganda haben immerhin drei der Länder alle Voraussetzungen für ein mittel- wie langfristig dynamisches Wachstum. Da ihre Wirtschaft bereits relativ diversifiziert ist, macht ihnen die Rohstoffpreisentwicklung am wenigsten zu schaffen.

 

Gleich mehrere Faktoren trugen seit 2008 zum beschleunigten Wachstum in Afrika um jährlich rund fünf Prozent bei. Dazu zählen strukturelle Anpassungen, hohe Investitionen aus dem Ausland, ein teilweise stabileres politisches Umfeld und mehrere Schuldenerlasse. Der Aufschwung wurde auch von den hohen Preisen für Rohstoffe vorangetrieben. Fossile Brennstoffe, besonders Öl, machen 53 Prozent der Exporterlöse der Subsahara-Länder aus. Deutlich dahinter folgen Erze, Metalle und Edelsteine mit zusammen 17 Prozent, Lebensmittel und landwirtschaftliche Rohprodukte mit 11 Prozent. Für einige Länder ist der Brennstoffanteil noch größer: In Nigeria, Tschad, Äquatorial-Guinea und Angola macht er zwischen 60 und 100 Prozent aus.

 

Entsprechend schwächten Ausmaß und Dauer des Preisrückgangs die Region. Die einzelnen Länder sind jedoch ganz unterschiedlich davon betroffen, je nachdem, ob sie nachwachsende oder nicht-erneuerbare Rohstoffe exportieren. Während für Lebensmittel oder landwirtschaftliche Grunderzeugnisse der Preisrückgang relativ moderat bleibt, befinden sich die Preise für Rohöl und Basismetalle im freien Fall. In der Untersuchung von Coface kristallisierten sich unter den 45 Ländern 13 heraus, die weniger stark betroffen sind: Äthiopien, Sao Tome, Uganda, Malawi, die Kapverdischen Inseln, Kenia, Burundi, die Seychellen, die Zentralafrikanische Republik, Mauritius, Tansania, Swasiland und Togo. Sie alle profitieren davon, dass die erzielten Exportpreise nicht so stark fallen wie die zu zahlenden Preise für ihre Importgüter.

 

In einem weiteren Schritt zur Bestimmung der langfristigen Perspektiven in Subsahara-Afrika schauten sich die Coface-Ökonomen die Diversifizierung der jeweiligen Volkswirtschaften an. Dabei kam heraus, dass nur drei Länder einen Grad an Diversifizierung erreicht haben, der sie auch kurzfristig wenig anfällig macht für die sinkenden Rohstoffpreise: Äthiopien, Uganda und Kenia. Jüngste Zahlen bestätigen ihr Potential für dynamisches Wachstum. 2014 stieg ihr BIP im Schnitt um annähernd sieben Prozent.

"Diese positiven Entwicklungen und das unbestreitbare Potential der Region bedeuten freilich nicht, dass es keine Risiken mehr gibt. Die politische Situation in der Region ist instabil. Und auch die mangelhafte Infrastruktur ist bekanntermaßen eine Schwäche, ebenso wie das hohe Leistungsbilanzdefizit und die ansteigende öffentliche Verschuldung“, warnt Julien Marcilly, Chefvolkswirt von Coface.

Presseveröffentlichung herunterladen : Afrika und der Ölpreis (331,96 kB)

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