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16.05.2013
Länder- und Branchenbewertungen, Kongress Länderrisiken, Pressemeldung

Ausfallrisiko steigt auch in Asien

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Coface Kongress Länderrisiken: 500 Teilnehmer diskutieren. Keine allzu guten kurzfristigen Perspektiven für wichtige deutsche Absatzmärkte.

Die Themen beim diesjährigen Coface Kongress Länderrisiken: Die USA erholen sich leicht, doch die Euro-Zone steckt weiter in der Krise. Osteuropa zeigt sich im Sog der westeuropäischen Entwicklung. Russland kämpft mit anhaltenden Problemen im Geschäftsumfeld. Neue Risiken gibt es auch in den relativ starken Emerging Markets: In Asien besteht die Gefahr von Kreditblasen. Außerdem muss aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklungen zudem mit Spannungen gerechnet werden. Franz J. Michel, General Manager Northern Europe Region von Coface, stellt fest: „Die Risikosituation wird auch für die im Vergleich zu europäischen Wettbewerbern finanzstärkeren deutschen Unternehmen immer komplexer. Unsere neue Untersuchung über Kreditrisiken in Asien-Pazifik zeigt zudem: Auch in diesen wichtigen Märkten steigt das Ausfallrisiko.“

Die Perspektiven für die Weltwirtschaft in 2013 sieht Coface trotz einer Entspannung in den USA weiter verhalten. In der Eurozone rechnet der internationale Kreditversicherer insbesondere mit einem weiteren Rückgang der Wirtschaftsleistung in Südeuropa. Die Schwellenländer sollten hingegen insgesamt ein stabiles Wachstum von etwas über fünf Prozent erreichen, die asiatischen Emerging Countries sieben Prozent mit Indien bei sechs und China bei 8,5 Prozent plus. Die Emerging Markets gelten deshalb derzeit als Stabilitätsfaktoren in der globalen Wirtschaft. Hohe Exportanteile in diese Länder federn teilweise die Einbußen in den europäischen Märkten ab. Umgekehrt aber sind gerade die exportstarken asiatischen Länder von der Krise in Europa und der gebremsten Dynamik in den USA betroffen.

Zahlungsstörungen nehmen zu

Diese Wechselwirkung wird in einer Studie zum Wirtschaftsraum Asien-Pazifik deutlich, die Coface in Kürze veröffentlichen wird. Erste Ergebnisse daraus wurden beim Kongress Länderrisiken 2013 in Mainz erörtert. Besonders in China, Indien und Australien beklagen Unternehmen mehr Zahlungsausfälle. Zwei Drittel (67 Prozent) der befragten Unternehmen haben demnach im Jahr 2012 Zahlungsverzögerungen erlebt. Dabei steigen die Beträge: Bei über 40 Prozent der Betroffenen war die Summe größer als im Vorjahr. 2011 stellten im Vergleich zu 2010 erst 29 Prozent eine Steigerung der Beträge fest – laut Coface ein „Alarmsignal“. Im Vergleich der Länder berichteten die australischen Unternehmen die meisten Überziehungen (83 Prozent). 56 Prozent der chinesischen Firmen beklagten höhere Außenstände als im Vorjahr.

Coface hat festgestellt, dass immer mehr Abnehmer wegen eigener Liquiditätsprobleme nach dem Lieferantenkredit fragen. Obwohl das Vertrauen sinkt, gewähren Unternehmen weiter Zahlungsziele, um Geschäft gegen den Wettbewerb zu gewinnen – ein riskantes Verhalten.

Perspektiven  

„Die deutschen Unternehmen sind finanziell stark genug, um die aktuelle Krisensituation in der Euro-Zone zu überstehen“, sagte Yves Zlotowski beim Kongress Länderrisiken. Der Chefökonom der Coface sieht  dagegen große Probleme und geringere Widerstandkraft bei der Konkurrenz aus den Nachbarländern. Französische und italienische Unternehmen seien bei geringen Gewinnen stark abhängig von Krediten und hart von der Krise getroffen. Spanische und britische Unternehmen befänden sich in der Schuldenfalle. In Spanien und Italien ist seit Mitte 2008 die Zahl der Insolvenzen stetig gestiegen. Die mittel- und osteuropäischen Länder sind in großen Maße anhängig von der Entwicklung in Westeuropa, nicht zuletzt wegen der durchweg hohen Auslandsverschuldung. In fast allen östlichen EU-Ländern hat sich das Wachstum stark verlangsamt, einige, darunter Tschechien und Slowenien, hängen in der Rezession fest. Russland wächst zwar um die drei Prozent, hat aber weiter gravierende Probleme in der Governance. Alles in allem keine allzu guten kurzfristigen Perspektiven für wichtige deutsche Absatzmärkte.

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Erich HIERONIMUS

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