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22.01.2014
Länder- und Branchenbewertungen, Pressemeldung

Bessere Aussichten für Industrieländer

CRC Paris 2014
Bessere Aussichten für Industrieländer. Lage in wichtigen Schwellenländern weiter angespannt. Das ist die Prognose, die Coface bei der Country Risk Conference in Paris für die Weltwirtschaft 2014 abgab. 

Die Risiken für Unternehmen in den Industrie stabilisieren sich. Indikatoren dafür sind ein relativ dynamisches Wachstum in den USA von voraussichtlich 2,4 Prozent, die beginnende Erholung in der Eurozone (0,9%) und der Aufschwung in Japan (1,4%). In den Schwellenländern wird sich die Wachstumsrate hingegen nur leicht erhöhen (4,7%) und unter dem Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2011 bleiben, erwartet Coface-Chefökonom Yves Zlotowski. 

Die Erholung in den Industrieländern verläuft von Land zu Land unterschiedlich. In den USA, deren A2-Bewertung Coface schon im Oktober 2013 unter Beobachtung für eine Aufwertung stellte, hat sich die Lage der Unternehmen weiter gebessert. Die Privatwirtschaft sorgt dafür, dass die US-Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnt. Die Unternehmen haben einen hohen Grad an Eigenfinanzierung und niedrige Schulden, verbuchen Rekordrenditen und investieren stark. Auch die steigende Nachfrage der privaten Haushalte trägt zum positiven Trend bei. 

In Europa registriert Coface für Deutschland und Österreich eine verbesserte Risikosituation und versieht die A2-Bewertung beider Länder mit positivem Ausblick. Beide Volkswirtschaften sollten 2014 ein Wachstum von 1,7 Prozent erreichen. Zwar ist die deutsche Wirtschaft weiterhin abhängig vom Export. Sie kann sich derzeit aber auf den privaten Konsum im eigenen Land stützen. „Die deutschen Verbraucher haben sich zurückgemeldet“, sagte Yves Zlotowski beim Kongress in Paris. Von der wirtschaftlichen Belebung beim großen Nachbarn profitiert auch Österreich, zumal die Arbeitslosenquote niedrig ist und die Zahl der Insolvenzen, wie in Deutschland, sinkt. 

Unter den europäischen Ländern, die Reformen erfolgreich durchsetzen und Kosten senken konnten, sticht Irland hervor. 2014 dürfte die irische Wirtschaft um 1,7 Prozent wachsen. Durch die positive Entwicklung in den USA und beim britischen Nachbarn steigen die Exporte. Auch die Zahlen im Einzelhandel entwickeln sich gut. Das Vertrauen der Unternehmen und privaten Haushalte kehrt zurück. Coface setzt Irland in der Länderbewertung auf A3 herauf. 

Während sich Europa leicht erholt und die USA kräftig zulegt, verläuft das Wachstum in den Schwellenländern weiter gebremst. 2014 werden die BRICS-Staaten gegenüber ihrem durchschnittlichen Wachstum von 2000 bis 2011 um 2,4 Prozentpunkte zurückliegen. Aus Sicht von Coface ist dies nicht einem normalen zyklischen Abschwung geschuldet, sondern die Folge von Versorgungsengpässen. Die private Nachfrage übersteigt die Kapazität der heimischen Produktion bei weitem. Hindernisse struktureller Art erschweren Investitionen. Vor allem die unzureichende Infrastruktur, das immer wieder problematische Geschäftsumfeld und der Mangel an Fachkräften macht es Investoren schwer. Auswirkungen auf einzelne Länderbewertungen hat das derzeit aber noch nicht. 

Vier afrikanische Länder südlich der Sahara zeigen sich indessen von diesem neuen Risikoanstieg nahezu unberührt. Trotz unbeständiger Sicherheitslage versieht Coface die D-Bewertung von Ruanda und Nigeria und die C-Bewertung von Kenia mit positiver Aussicht. Die Elfenbeinküste steigt auf C.

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Erich HIERONIMUS

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