News, Publikationen & Events
17.05.2017
Länder- und Branchenbewertungen, Pressemeldung

Arbeitskräftemangel in MOE

Viele-Unternehmen-in-Mittel- und-Osteuropa-finden-nur-schwer-passende-Mitarbeiter

Arbeitskräftemangel in Zentral- und Osteuropa: Chance für private Haushalte, Bedrohung für Unternehmen.

 

Der Mangel an Arbeitskräften und der damit verbundene Anstieg der Lohnkosten stellen Unternehmen in Mittel-und Osteuropa vor große Herausforderungen. Zu dieser Erkenntnis kommt Coface in einer neuen Untersuchung. Dabei entwickelt sich der mittel- und osteuropäische Arbeitsmarkt positiv für private Haushalte. Steigende Löhne, eine niedrige Inflation und stärkeres Vertrauen der Konsumenten führten zu niedrigeren Arbeitslosenquoten und einem Anstieg des privaten Konsums. Der Aufschwung am Arbeitsmarkt führte allerdings auch dazu, dass Unternehmen zunehmend Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von qualifiziertem Personal haben.

 

Der Arbeitsmarkt in Mittel- und Osteuropa zeigt anhaltende Verbesserungen. Die Länder der Region verzeichnen niedrige Arbeitslosenquoten, in den meisten Volkswirtschaften bewegen sich diese sogar unter dem EU-Durchschnitt. Besonders in den letzten zwei Jahren war diese positive Entwicklung am stärksten. Durch steigende Löhne, eine niedrige Inflation und eine Verbesserung des Konsumentensentiments wurde der private Konsum zum stärksten Wirtschaftsmotor der Region. Vor allem am Beispiel der Lohndynamik konnte in den meisten mittel- und osteuropäischen Ländern ein positiver Trend in den vergangenen Jahren beobachtet werden. Seit 2010 sind die Bruttolöhne in Rumänien und Bulgarien um mehr als 30 Prozent und in Ungarn und Polen um mehr als 20 Prozent gestiegen.

 

Starker Gegenwind bei Lohnverhandlungen für Unternehmen, niedrige Geburtenrate und Abwanderung führen zu Arbeitskräftemangel
Während die Haushalte und die Wirtschaftstätigkeit der Region davon profitieren, leiden die Unternehmen unter dieser Entwicklung. Letztere sind mit einer schwächeren Position bei den Lohnverhandlungen konfrontiert und gezwungen, höhere Vergütungskosten zu akzeptieren. Die dynamische Auslands- und Inlandsnachfrage, die niedrige Geburtenrate und die Abwanderung nach Westeuropa haben zu einem Arbeitskräftemangel geführt. Immer mehr Unternehmen sehen dies als eine ernstzunehmende Barriere in die Erweiterung ihrer Geschäftstätigkeit.

Selbst die Unternehmen, die ein höheres Lohnniveau halten, haben weiterhin Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung. Besonders akut ist die Situation in der Tschechischen Republik und in Ungarn. Die Lohnerhöhungen übertreffen derzeit die Arbeitsproduktivität.„Die regionalspezifischen Lohnkosten sind dennoch deutlich niedriger als in den meisten westeuropäischen Ländern, wo sie durchschnittlich dreimal so hoch sind wie in Mittel- und Osteuropa“, sagt Dr. Michael Tawrowsky, Country Manager Coface Austria. „Diesen Vorteil aus niedrigen Lohnkosten sowie geographischer und kultureller Nähe zur Eurozone sollte auch weiterhin einen Wettbewerbsvorsprung bedeuten, wenngleich diese Vorteile beeinträchtigt werden, sofern sich die Abwanderung der jungen und qualifizierten Menschen fortsetzt.“

 

Mehr zum Thema in der längeren Presse-Information und im kompletten Coface-Panorama zum Download auf dieser Seite.

 

 

 

Presseveröffentlichung herunterladen : Arbeitskräftemangel in MOE (233,86 kB)

Kontakt


Erich HIERONIMUS

Pressesprecher
Isaac-Fulda-Allee 1
55124 Mainz
DEUTSCHLAND
Tel. : +49 6131 323 541
E-Mail : erich.hieronimus@coface.com

Oben
  • Deutsch