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25.01.2018
Länder- und Branchenbewertungen, Pressemeldung

2018: Aufschwung hält an

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In seiner jährlichen Konferenz über Länder- und Branchenrisiken in Paris beleuchtete der Kreditversicherer Coface die wichtigsten Entwicklungen der globalen Wirtschaft 2018. Drei große Risiken in 2018:Überhitzung in entwickelten Ländern, Bankensektor in China, soziale Instabilität in Emerging Markets.

 

Weltwirtschaft vor kräftigem Wachstum

2017 brachte trotz der Sorge um zunehmenden Protektionismus und politischer Krisen einige positive wirtschaftliche Überraschungen. So schlossen nur 13 Länder das Jahr in einer Rezession ab, 2016 waren es noch 25. Der weltweite Handel machte einen kräftigen Sprung nach oben. Nach Berechnungen von Coface betrug der Zuwachs 4,4 Prozent nach plus 1,5 Prozent 2016. Dabei realisierten sich die befürchteten Risiken durch Protektionismus im vergangenen Jahr nicht im erwarteten Ausmaß. Die Anzahl protektionistischer Maßnahmen ging - trotz einer Zunahme in den USA - weltweit netto sogar auf 283 zurück. 2016 wurden 374 solcher Eingriffe in die Wirtschaft gezählt.

 

Insgesamt war die Wirtschaftsleistung in den USA, in Europa und etlichen Emerging Markets stärker als erwartet. In den aufstrebenden Ländern trug der Anstieg von Rohstoffpreisen zum besseren Ergebnis bei. Coface hob die Länderbewertungen für Brasilien (jetzt in B) und Ägypten (B) an.

 

Zu den Gewinnern des beschleunigten globalen Handels zählen besonders Länder mit einer offenen Wirtschaft, die Coface in der Länderbewertung heraufgestuft hat: Niederlande (A1), Südkorea (A2), Taiwan (A2), Singapur (A2) und Hongkong (A2). Griechenland profitierte vom wiedergewonnenen Vertrauen der Verbraucher und Unternehmen. In der Coface-Bewertung stieg Griechenland von C in B auf.

 

Trotz des anhaltenden hohen politischen Risikos hat Coface die Länderbewertung der Ukraine und Moldawiens (beide jetzt C) sowie Georgiens (B) heraufgestuft. Diese Länder partizipieren derzeit an der Dynamik in Russland und der deutlichen Erholung in Europa. Kasachstan (B) profitiert von der steigenden Ölproduktion und Investitionen im Zusammenhang mit dem chinesischen Projekt „neue Seidenstraße“.

 

Für 2018 erwartet Coface ein weiteres Wachstum der Weltwirtschaft um 3,2 Prozent. Dabei werden die Emerging Countries mit 4,6 Prozent stärker und vor allem gleichmäßiger zulegen. In den entwickelten Volkswirtschaften werden die Insolvenzen weiter zurückgehen, wenngleich etwas weniger stark. Nach minus 6 Prozent im Vorjahr geht Coface für 2018 von minus 1,8 Prozent Unternehmensinsolvenzen aus. Anders in Großbritannien: Dort wird die anhaltende politische Verunsicherung nach Einschätzung von Coface zu einem Anstieg der Insolvenzen um 10 Prozent beitragen.

 

Coface_Länderkarte_1-2018

 

 

Drei große Risiken in 2018

 

Diese globale Verbesserung wird nicht reibungslos verlaufen. Coface warnt vor drei großen Risiken:

 

Größere Lieferprobleme in entwickelten Ländern

In der zweiten Jahreshälfte könnten sich Anzeichen einer Überhitzung in den Industrieländern realisieren. Historisch niedrige Arbeitslosenzahlen in Deutschland, den USA und Mitteleuropa zeigen, dass die Unternehmen nah an ihrer Produktionsauslastung sind. Daraus könnten Lieferprobleme erwachsen. Das trifft im Resultat auch auf Frankreich zu, wo es aber paradoxerweise einen Arbeitskräftemangel trotz hoher Arbeitslosenzahlen gibt.

 

Weiterhin Bankenrisiko in China

2016 und 2017 wurden die strukturellen Probleme in China zeitweise durch die staatlichen Investitionen verdeckt. Nun treten sie wieder zutage: Überkapazitäten in der Stahlproduktion und steigende Verschuldung der Unternehmen sowohl bei Banken als auch bei Schattenbanken. Die Bankrisiken steigen entsprechend stark, besonders für kleinere und mittlere Institute.

 

Politische Risiken angesichts eines vollen Wahlkalenders

Ein Wiederaufleben der politischen Risiken kann für 2018 nicht ausgeschlossen werden. In einem Jahr mit vielen Wahlen ist in aufstrebenden Ländern die soziale Frustration weiter hoch. Coface konstatiert zudem hohe Werte beim Risikoindex für die soziale (In-)Stabilität im Iran (71 Prozent), im Libanon (65 Prozent), Russland (64 Prozent) Algerien, Brasilien und Mexiko (jeweils 61 Prozent). Im Nahen und Mittleren Osten wird das Risiko durch den volatilen Ölpreis verstärkt. Saudi-Arabien hat bei Coface ebenfalls einen hohen Risikowert für das Kriterium soziale Stabilität (65 Prozent). In der allgemeinen Länderbewertung trägt das zu einer Abstufung in die Kategorie C bei.

 

Etliche Branchen im Aufschwung – Ausnahme: Automobil in Großbritannien

Coface untersucht neben der wirtschaftlichen Situation in 160 Ländern auch speziell die Entwicklung von 13 Branchen in 24 Ländern. Dieser Ausschnitt repräsentiert fast 85 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Zu Beginn des Jahres 2018 aktualisiert Coface 18 Branchenbewertungen, 15 davon positiv.

 

Der Metallsektor liefert – relativ gesehen - die besten Nachrichten aufgrund der Erholung bei den Metallpreisen. So sieht Coface das Branchenrisiko in Italien, Indien und der Türkei nicht mehr in „sehr hoch“, aber noch in „hoch“ und in den Niederlanden nur noch in „mittel“. Der Energiesektor erholt sich in Kanada und in den USA bei steigender Produktion und höheren Preisen. Für Kanada hat sich das Branchenrisiko in „hoch“ verbessert, in den Vereinigten Staaten in „mittel“. In Frankreich hat Coface die Bewertung der Baubranche zum zweiten Mal in neun Monaten angehoben. Das Risiko liegt demnach nun nur noch bei „niedrig“.

 

Anders als im restlichen Westeuropa ist die Automobilbranche in Großbritannien außer Tritt. Erste Anzeichen einer harten Landung aufgrund des Brexit sind erkennbar und führten zu einer Herabstufung der Branchenbewertung bei Coface in „hohes Risiko“: sinkende Investitionen, geringere Produktion und nachlassende Verkäufe. Hier wirken sich die Verunsicherung und Zurückhaltung von Verbrauchern und Investoren aus.

 

Coface_Infografik_Branchen_01-2018

 

 

Die Coface-Länderbewertung für 160 Länder erfolgt auf einer Skala mit acht Stufen. A1 (sehr niedriges Risiko), A2 (niedrig), A3 (noch gering), A4 (noch akzeptabel), B (signifikant erhöht), C (hoch), D (sehr hoch) und E (extrem).

 

Die Coface-Branchenbewertung betrachtet 13 Sektoren in sechs Regionen und 24 Ländern. Diese machen fast 85 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung aus. Die Skala ist vierstufig: niedriges, mittleres, hohes und sehr hohes Risiko.

 

Mehr Infos: Alle Länder- und Branchenbewertungen!

 

Jetzt erschienen: Neue Ausgabe des Coface Country Risk Handbook 2018 (Englisch). Handbuch zum Download!

Presseveröffentlichung herunterladen : 2018: Aufschwung hält an (345,61 kB)

Kontakt


Erich HIERONIMUS

Pressesprecher
Isaac-Fulda-Allee 1
55124 Mainz
DEUTSCHLAND
Tel. : +49 6131 323 541
E-Mail : erich.hieronimus@coface.com

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