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17.04.2018
Länder- und Branchenbewertungen, Pressemeldung

Ende des Wachstumszyklus?

Coface:-Länder-und-Branchenentwicklung-April-2018

Spitze des Wachstums in USA und Europa erreicht: Unternehmen stellen sich auf Lieferprobleme und Protektionismus ein.

 

  • Erste Anzeichen für Ende eines Zyklus in Industrieländern
  • Protektionismus-Risiko steigt
  • Nigeria, Südafrika und Energiebranchen in Brasilien, Argentinien und Chile profitieren von steigenden Rohstoffpreisen

 

Das starke globale Wachstum, das Coface für 2018 bei 3,2 Prozent erwartet, scheint seinen Höhepunkt erreicht zu haben. In den Industrieländern gibt es erste Anzeichen einer Abschwächung. Dazu gehören die Insolvenzzahlen. 2017 gingen sie noch extrem zurück, 2018 verliert diese Entwicklung mit minus 7 Prozent in der Eurozone und minus 5 Prozent in den USA aber an Fahrt.

 

Erfahrungsgemäß entwickelt sich die Wirtschaft in Europa und in den Emerging Countries etwas zeitversetzt zur US-Wirtschaft. Einerseits deuten die Zuversicht der Unternehmen und die Auslastung der Produktionskapazitäten in den USA darauf hin, dass der momentane Aufschwungzyklus anhalten könnte. Andererseits signalisieren die geringeren Gewinne der Unternehmen (minus 10,3 Prozent Ende 2017 im Vergleich zum Vorjahr) und ein allmählich überhitzender Arbeitsmarkt einen Trendwechsel. In der Eurozone zeigen die Stimmungsindices nach einigen Rekordhöhen in 2017 nun deutlich, dass der Höhepunkt der Wachstumserwartungen überschritten ist. Dieser Wandel geht einher mit ernst zu nehmenden Lieferproblemen und einem anhaltenden hohen Level der politischen Risiken.

 

Der Optimismus wird gebremst durch das “Protektionismusfieber”, das seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten global grassiert, und das damit verbundene Szenario eines Welthandelskrieges. Coface geht davon aus, dass Trump vor den Mid-Term-Wahlen in den USA im November 2018 weiterhin kräftig protektionistische Maßnahmen ankündigen und so die Zuversicht weiter dämpfen wird. Coface erwartet allerdings nicht, dass sich die bereits eingeführten Zölle auf den Import von Produkten aus China kurzfristig auf die Wirtschaft oder den Welthandel auswirken werden. Den globalen Handel sieht Coface bei einem Wachstum um 3,7 Prozent im laufenden Jahr. Langfristig könnte ein offener Handelskrieg zwischen den USA und China allerdings etliche Branchen gefährden, zum Beispiel die Informations- und Kommunikationstechnologie.

 

Unternehmensrisiken insgesamt geringer

Im Kontext der global gestiegenen Nachfrage und ebenfalls gestiegenen Rohstoffpreise hat sich die wirtschaftliche Situation einiger Länder und Branchen verbessert. So hat Coface die Länderbewertung Portugals, wo die Wirtschaft dynamisch wächst, in A2 heraufgestuft. Nigeria wurde um eine Note in C angehoben. Nigeria ist der achtgrößte Ölexporteur der Welt. Ebenfalls heraufgestuft wurde die Branchenbewertungen für den Energiesektor in Brasilien und Argentinien (jetzt „mittleres Risiko“) und Chile („niedriges Risiko“). Auch bei der Heraufstufung von Südafrika in die Länderkategorie B wirkt sich der verbesserte Rohstoffabsatz aus. Hinzu kommen die insgesamt beschleunigte Erholung der Wirtschaft am Kap, die sich auch in der anziehenden Produktion in den Sektoren Chemie (jetzt „mittleres Risiko“) und Papier („mittleres Risiko“) sowie den gestiegenen Absatzzahlen im Einzelhandel („mittleres Risiko“) zeigt. Auf der anderen Seite belasten die gestiegenen Rohstoffpreise importierende Länder wie Tunesien. Das nordafrikanische Land wurde in C herabgestuft.

 

Coface_Infografik_Branchen_04-2018

 

Russlands Wirtschaft behauptet sich weiter gegen die Sanktionen westlicher Länder. Haupttreiber der anhalten Erholung bleiben die privaten Haushalte. Zur Stabilität tragen, wenn auch in etwas geringerem Ausmaß, die anziehenden Unternehmensinvestitionen bei. Coface hat drei Branchen in Russland heraufgestuft: Chemie (jetzt „niedriges Risiko“), Papier („mittleres Risiko“) und Bau („hohes Risiko“).

DieCoface-Länderbewertungen(160 Länder) erfolgen auf einer Skala mit acht Stufen. In absteigender Reihenfolge, also mit steigenden Risiko: A1 (sehr niedriges Risiko), A2 (niedrig), A3 (noch gering) A4 (noch akzeptabel), B (signifikant), C (hoch), D (sehr hoch) und E (extremes Risiko).

In derBranchenbewertungbetrachtet Coface13 Sektoren in sechs geografischen Regionen und 24 Ländern. Diese Länder erwirtschaften fast 85 Prozent des globalen BIP. Die vierstufige Branchen-Skala: niedriges Risiko, mittleres Risiko, hohes Risiko, sehr hohes Risiko.

 

Mehr zu den Updates der Länder- und Branchenbewertungen im Coface-Barometer zum Download.

 

Die Coface-Risikoweltkarte gibt es ebenfalls zum Herunterladen auf dieser Seite.

 

Alle Länder- und Branchenbewertungen finden Sie hier: Zur Webseite!

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Erich HIERONIMUS

Pressesprecher
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