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Risikomanagement: 5 Strategien für mehr Wachstum und weniger Risiko

Müssen sich Unternehmen wirklich zwischen Wachstum und Vorsicht entscheiden? Jeder zweite Entscheidungsträger räumt inzwischen ein, dass es leichter ist, eine riskante Geschäftschance abzulehnen, als einen sicheren Weg zu finden, sie zu nutzen. Eine Denkweise, die das Wachstum vieler Unternehmen unbemerkt ausbremst. Unser Open Advantage Roadmap bündelt die Erkenntnisse besonders erfolgreicher Unternehmen und zeigt, wie Risiko- und Finanzteams zu echten Wachstumspartnern werden. Erfahren Sie, wie sich Risiken besser steuern lassen, ohne auf Chancen zu verzichten – und wie Unternehmen auch in einem unsicheren Umfeld handlungs- und wachstumsfähig bleiben.

Der „Nein-Reflex“: Eine weit verbreitete Wachstumsbremse

Ein neuer Markt, ein strategisch wichtiger Kunde, ein zentraler Lieferant oder ein Expansionsprojekt: Jede Wachstumschance ist mit Unsicherheit verbunden. Die Coface-Studie „Risk Management: From Risk Control to Growth Engine“ unter 1.250 Führungskräften aus 13 Ländern zeigt ein deutliches Bild: Jeder zweite Befragte gibt an, dass es einfacher ist, eine riskante Geschäftsmöglichkeit abzulehnen, als Wege zu finden, sie sicher zu realisieren.

Werden Risiko- und Finanzteams nicht ausdrücklich dazu ermutigt, nach Lösungen zu suchen, konzentrieren sie sich häufig darauf, Unsicherheiten möglichst vollständig auszuschließen. 59% der Unternehmen sehen Risiko- und Finanzteams daher eher als Bremse für Wachstumsinitiativen denn als Treiber von Leistung und Wertschöpfung. 33% betrachten sie als notwendig, aber hinderlich, während 20% ihnen eine übermäßige Vorsicht und mangelnde Nähe zum operativen Geschäft vorwerfen.

The real challenge, however, is not to eliminate all risks. It is to replace a binary opposition between ‘yes’ and ‘no’ with a more operational question: how can this opportunity be made possible safely, and under what conditions?

Die eigentliche Herausforderung besteht jedoch nicht darin, jedes Risiko zu vermeiden. Entscheidend ist vielmehr, das klassische Entweder-oder von „Ja“ oder „Nein“ durch eine pragmatischere Fragestellung zu ersetzen: Unter welchen Bedingungen lässt sich eine Chance sicher nutzen – und wie kann sie verantwortungsvoll realisiert werden?

 

>> Die vollständige Studie "From Risk Control to Growth Engine" sowie die Executive Summary zu den Ergebnissen deutscher Unternehmen stehen über den Button „Dokument(e) herunterladen“ zur Verfügung <<

 

"Open Advantage": 5 Wege zu einem sicheren "Ja"

1 – Risiko- und Finanzteams frühzeitig einbinden – nicht erst nach der Entscheidung

Den größten Mehrwert liefern Risiko- und Finanzfunktionen, wenn sie bereits in der Entstehungsphase einer Geschäftschance eingebunden werden. Ihre Aufgabe besteht nicht darin, Projekte lediglich zu genehmigen oder abzulehnen, sondern aktiv an deren Gestaltung mitzuwirken. Werden sie erst zu einem späten Zeitpunkt hinzugezogen, beschränkt sich ihre Rolle häufig darauf, ein Vorhaben freizugeben, einzuschränken oder abzulehnen, obwohl die wesentlichen Parameter bereits festgelegt wurden.

Im Idealfall wird das Risikomanagement von Anfang an eingebunden – schon in der Phase, in der eine Geschäftschance entwickelt und ausgestaltet wird.

sagt ein Finanzdirektor aus der Chemieindustrie, der im Rahmen der Studie in Deutschland befragt wurde.

 

2 – Eine Kultur des offenen Dialogs fördern

Ein weiteres Merkmal besonders erfolgreicher Unternehmen ist die Fähigkeit, kontroverse Diskussionen zuzulassen. Konstruktive Kritik muss Entscheidungen nicht zwangsläufig verhindern. Im Gegenteil: Sie hilft dabei, Annahmen zu hinterfragen, Risiken besser einzuschätzen und die Voraussetzungen für einen nachhaltigen Erfolg zu klären.

Damit die Risikofunktion zu einem echten Wachstumspartner wird, muss sie auch kritische Fragen stellen können, ohne als Hindernis wahrgenommen zu werden. Hilfreich ist die Einrichtung fester Austauschformate (etwa in Form von Ausschüssen oder regelmäßigen Meetings), in denen das Hinterfragen von Wachstumsentscheidungen nicht nur akzeptiert, sondern ausdrücklich erwünscht ist.

 

3 – Risiken in fundierte Geschäftsentscheidungen übersetzen

Anstatt Risiken und Wachstumsziele gegeneinander auszuspielen, sollten Unternehmen beides gemeinsam betrachten:

  • Welchen Mehrwert/Beitrag kann die Geschäftschance leisten?
  • Welches Risikoniveau ist vertretbar?
  • Welche Kosten entstehen, wenn eine Chance vorschnell verworfen wird?

In der Praxis bedeutet das, ein pauschales Nein durch klare Bedingungen zu ersetzen: beispielsweise durch festgelegte Schwellenwerte, Kreditlimite, geeignete Sicherheiten oder definierte Fristen für die Umsetzung einer Geschäftschance. Stellen Sie bei jedem möglichen „Nein“ konsequent die Gegenfrage: Unter welchen Voraussetzungen wäre ein „Ja“ möglich?
 

4 – Szenarien durchspielen und Absicherungen festlegen

Keine Wachstumsentscheidung ist völlig risikofrei. Unternehmen können ihre Risiken jedoch bewerten, verschiedene Szenarien durchspielen und geeignete Schutzmechanismen festlegen. So nutzen bereits 60% der Unternehmen Szenarioanalysen und Stresstests, bevor sie wichtige Wachstumsentscheidungen treffen.

Je nach Ausgangslage kommen unterschiedliche Absicherungsmaßnahmen infrage. Dazu zählen beispielsweise die Diversifizierung von Kunden und Märkten, vertragliche Garantien und Schutzklauseln, die Warenkreditversicherung, um Zahlungsausfall zu verhindern, oder die Einbindung externer Expertennetzwerke.
 

5 – Entscheidungen dokumentieren, überwachen und regelmäßig prüfen

Ein „Ja“ sollte niemals als endgültig betrachtet werden. Die finanzielle Situation eines Kunden oder Lieferanten, das Risikoprofil eines Unternehmens oder die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen können sich innerhalb kurzer Zeit verändern.

Deshalb müssen die Grundlagen einer Entscheidung kontinuierlich überwacht und regelmäßig neu bewertet werden. Aus diesem Grund setzen bereits die Hälfte der befragten Unternehmen Frühwarnindikatoren ein, um aufkommende Risiken frühzeitig zu erkennen, bevor sie tatsächlich eintreten.

Wenn Risikodaten mit Wirtschaftsanalysen und Prognosen zusammengeführt werden, geht es um mehr als nur Schutz. Es geht darum, Chancen besser zu nutzen und Wachstum gezielt zu fördern.

so ein Risikodirektor aus der Technologie-, Informations- und Kommunikationsbranche in Australien.

 

Auf diese Weise werden Risiko- und Finanzteams zu echten Verbündeten des Wachstums: nicht indem sie automatisch zustimmen, sondern indem sie helfen zu bestimmen, wann, wie und unter welchen Voraussetzungen ein Vorhaben umgesetzt werden kann.

Eine Kultur des Risikomanagements, die Unternehmen dabei unterstützt, Chancen offen zu halten, ohne die Kontrolle über die Risiken zu verlieren.

 

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