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03.12.2019
Länder- und Branchenbewertungen, Pressemeldung

Druckmittel Nahrungsmittel

Coface:-Nahrungssektor-leidet-unter-sinkenden-Preisen

Was bringt die Zukunft für den Agrar- und Ernährungssektor in einer von Protektionismus und Spannungen geprägten Weltwirtschaft? Coface hat die zukünftige Entwicklung in diesem Markt eingehend analysiert.

Im Mittelpunkt der derzeitigen Handelsspannungen, insbesondere zwischen den USA und China, steht der globale Agrar- und Nahrungssektor. Er ist von negativen Auswirkungen betroffen, insbesondere durch Abwärtstrends bei den Preisen wichtiger Nahrungsmittel wie Soja.

Neben der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) ist die Agrar- und Ernährungswirtschaft einer der Schlüsselsektoren im derzeitigen Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China. Vor kurzem haben die chinesischen Behörden als Reaktion auf die von der Trump-Regierung angekündigten Zollerhöhungen Maßnahmen ergriffen, um alle Einfuhren von Agrarnahrung aus den Vereinigten Staaten zu verbieten.

Wirtschaftliche Spannungen: Sojapreise sinken
Die Bewegungen um die Sojabohne sind ein perfektes Beispiel für die Situation. Als ein Rohstoff, der sowohl für den menschlichen Verzehr als auch für die Tiernahrung weit verbreitet ist, hat die Sojapreise eine hohe Volatilität und einen Abwärtstrend bei den Preisen erfahren.

Dank ihres statistischen Modells, das ausgewählte Rohstoffpreise prognostiziert, schätzt Coface, dass die Sojapreise 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent sinken werden. Das ist sowohl auf die Handelsspannungen zwischen China und den USA als auch auf den schweren Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest zurückzuführen. Die Krankheit hat die chinesischen Schweineproduzenten dazu veranlasst, einen großen Teil ihres Viehbestands zu schlachten, um die Verbreitung zu begrenzen. Deshalb wurden weniger Sojabohnen gekauft. Gleichzeitig hat sich diese Situation direkt auf die globale Schweineproduktion ausgewirkt, von der die Hälfte auf China entfällt. Die chinesischen Verbraucher werden daher auf andere tierische Proteine wie Geflügel und Rindfleisch ausweichen müssen, was zu einer erhöhten Nachfrage von großen globalen Exporteuren wie Argentinien und Brasilien führt.

Eine weitere Folge der US-amerikanischen und chinesischen Handelsspannungen für den globalen Agrar- und Ernährungssektor ist die Transformation der "Exportrouten" für bestimmte Rohstoffe, einschließlich Sojabohnen und Schweinefleisch. Obwohl einige der weltweit größten Sojaproduzenten und Exporteure wie Brasilien und Argentinien mittelfristig etwas von der Situation profitieren könnten, bleiben die Risiken für den gesamten Agrar- und Ernährungssektor hoch.

Weitere Risiken für den globalen Agrar- und Ernährungssektor
Neben dem protektionistischen Kontext gibt es weitere potenzielle Risiken für Agrarnahrungsunternehmen. Dazu zählen zum Beispiel die Schweinepest oder Schädlinge, die den wichtigen Maismarkt bedrohen. Was das strukturelle Risiko betrifft, so ist der Sektor anfällig für Wetterbedingungen, die sich auf Nutzpflanzen auswirken können, zum Beispiel schwere Dürren oder das El Niño-Phänomen.

Auch wenn der Lebensmittelsektor stark von einem von protektionistischen Spannungen geprägten globalen Wirtschaftsumfeld betroffen ist, ist er oft auch ein Schlüsselsektor in Freihandelsabkommen, wie das jüngste Abkommen zwischen der Europäischen Union (EU) und Mercosur zeigt. Die Regierungen verhandeln diese Abkommen oft, um den Handel mit Produkten zu erleichtern, die ihrem heimischen Agrar- und Ernährungssektor besonders zu Gute kommen würden. Die lokalen Landwirte unterstützen sie jedoch nicht unbedingt. Sie werden auch von der Öffentlichkeit mit wachsender Skepsis aufgenommen, was manchmal zu Verzögerungen bei der Ratifizierung dieser Freihandelsabkommen führt.

Das Panorama zum Download auf dieser Seite („Siehe auch“)

 

 

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Coface-Barometer mit aktuellen Länder- und Branchenbewertungen zum Download auf dieser Seite („Siehe auch“).

 

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„Coface Handbook Country Risk 2019“ zum Download finden Sie hier: http://static.coface.com/handbook/coface-country-sector-risks-2019.pdf

 

Die Informationen werden ständig aktualisiert und für jedes Land und jede Branchen auf der Coface-Webseite veröffentlicht: Alle Länder- und Branchenbewertungen von Coface. 

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Kontakt


Erich HIERONIMUS

Pressesprecher
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Tel. : +49 6131 323 541
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